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Angst vor dem Absturz

Museen im Hohen Arsenal Angst vor dem Absturz

Die Modernisierung des Historischen Museums in Rendsburg droht wegen des Sparzwangs zu platzen. „Ich fürchte das“, sagt sein Leiter Martin Westphal. Ohne Modernisierung verliere sein Haus an Bedeutung, Besucherzahlen stürzten weiter ab.

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Martin Westphal sieht sein Historisches Museum auf der Kippe stehen.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Anlass von Westphals Sorge ist das von Klaus Brunkert (CDU), dem Chef des städtischen Finanzausschusses, durchgesetzte Einfrieren des Verwaltungshaushalts. Dagegen hatte das Rathaus noch im Juni für 2017 eine erste Rate von 54000 Euro für die Modernisierung vorgesehen. Im aktuellen Haushaltsplan steht diese Ausgabe nicht mehr. Brunkert macht wenig Hoffnung: „Wir können nicht ausnahmsweise Dämme öffnen, dann hat man die Flut hinterher.“  Westphal solle sich um Landeszuschüsse bemühen. Kiel fördere keine städtische Museen, kontert der Historiker.

Westphal rechnete zuletzt mit Modernisierungskosten von rund 345000 Euro für Planung und Umbauten, verteilt auf drei Jahre. Es wäre das erste Facelift seit rund 25 Jahren.

Der Historiker fürchtet einen weitreichenden Imageverlust, wenn die Stadt die Modernisierung streicht. Das Haus werde ein 2014 für fünf Jahre ausgestelltes Gütesiegel des Museumsverbands verlieren. „Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.“ Schon jetzt sei sein Haus nicht mehr konkurrenzfähig, zum Beispiel im Vergleich zum grade modernisierten Eisenkunstgussmuseum in Büdelsdorf oder zum Jüdischen Museum in der Prinzessinstraße. Statt einen Sprung nach vorne machen zu können, „geht es dann nur noch um die Verwaltung von Museumsgegenständen“. 

„Man kommt wieder dahin, wo man hergekommen ist. Die Uhr wird wieder zurück gedreht. Es geht wieder hin zu einer ehrenamtlichen Tätigkeit.“ Westphal spielt damit an auf die Zeit vor dem Umzug vom Historischen Rathaus ins Hohe Arsenal Mitte vor gut 25 Jahren. Vor dem Umzug war es ein ehrenamtlich geleitetes Heimatmuseum.

Tatsächlich hatte CDU-Haushaltsexperte Brunkert im Juni erklärt, man könne über die Rückkehr zur ehrenamtlichen Leitung diskutieren. Dagegen stemmt sich Westphal, der noch sechs Jahre bis zur Pension hat: „Ich werde mit Anspruch an meine Arbeit weiter dieses Museum professionell führen. Ich kann aber nicht dafür in Verantwortung genommen werden, wenn die Besucherzahlen rapide sinken.“

Die für 2017 vorgesehenen Ausgaben für das Museum stehen an diesem Mittwochabend auf der Tagesordnung des Kulturausschusses. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr im Historischen Rathaus.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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