20 ° / 16 ° Sprühregen

Navigation:
Gutenbergs Bibel ist wieder da

Rendsburg Gutenbergs Bibel ist wieder da

Das Rendsburger Fragment der Gutenberg-Bibel kehrt für acht Wochen zurück. Das Historische Museum zeigt das restaurierte Original aus der Mainzer Werkstatt des Buchdruck-Erfinders von diesem Freitag an. Das Fragment aus der Mitte des 15. Jahrhunderts tauchte 1997 im Archiv des Kirchenkreises auf.

Voriger Artikel
Über den Geschmackstest verführt
Nächster Artikel
Teuer wird es auf jeden Fall

In einer klimatisierten Glasvitrine stellt Museumsleiter Martin Westphal das Rendsburger Fragment der Gutenberg-Bibel aus.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Als der damalige Kirchenkreis-Archivar Hans Grützner vor 19 Jahren das arg mitgenommene Fragment in der Sammlung im Keller des inzwischen abgerissenen Christophorushauses fand, löste er erst ungläubiges Staunen der Fachwelt und dann einen erbitterten Streit um die Verwertung der Schrift aus. So wollte die Marienkirche als Eigentümerin die Schrift verkaufen, womöglich an einen reichen Amerikaner. Die interessierte Öffentlichkeit reagierte entsetzt, selbst die damalige Ministerpräsidentin Heide Simonis intervenierte. Schließlich verkaufte die Rendsburger Kirchengemeinde das Werk an die Nordelbische Kirche, das es dem Landesmuseum auf Schloss Gottorf in Schleswig als Dauerleihgabe zur Verfügung stellte. Rendsburg bekam das Recht, die Bibel zu besonderen Anlässen vorübergehend auszuleihen. Das Fragment ist nun zum dritten Mal in der Stadt. Das 25-jährige Bestehen des Historischen Museums ist der Anlass.

Nun packt man ein solch wertvolles Buch nicht unter eine Decke und bringt es auf dem Beifahrersitz von Schleswig nach Rendsburg, um es im Museum auf einen Tisch zu legen und anzustrahlen. Immerhin ist es das bisher als letztes aufgetauchte 49. Exemplar der Gutenberg-Bibel, sagt Dr. Martin Westphal, der Leiter des Historischen Museums. „Die Bibel wurde von Johannes Gutenberg und seinen Gehilfen in seiner Werkstatt in Mainz persönlich gedruckt.“ Also brauchte ein klimatisierter Kunsttransporter das Werk nach Rendsburg. Im Museum liegt es ebenfalls klimatisiert in einer Vitrine unter Glas. Die Fenster dahinter sind abgedunkelt. Strahler tauchen das Werk in schummriges Licht, das „knapp über der Dämmerung“ liegt, wie Westphal es ausdrückt. Gegen Diebstahl oder Zerstörung ist es technisch gesichert.

Transport und Versicherung kosteten „annähernd 10000 Euro“, erklärt der Historiker. „Für uns ist das ein Haufen Geld.“ Sponsoren wie Sparkasse und Provinzial-Versicherung haben nach seinen Worten die Kosten übernommen. Westphal musste nicht betteln. „Ich brauchte nur zu erwähnen, was ich vorhabe.“

Die Bibel ist dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 10 bis 17 Uhr im Museum an der Arsenalstraße zu sehen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

Events: Rendsburg

Veranstaltungen in
Rendsburg. Aktuelle
Termine, News, Infos

Eckernförder Bucht

Schiffspositionen in
der Eckernförder Bucht,
dem NOK & der Ostsee

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3