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Kindheitserinnerungen mit Fish

Nordmarkhalle Kindheitserinnerungen mit Fish

Eine Synthieklangfläche mit einer kleinen Melodie belegt, dann formuliert eine helltönende, einzigartige Stimme sanft die erste Zeile „Huddled in the safety of a Pseudo Silk Kimono…“; so beginnt das 1985er-Konzeptalbum „Misplaced Childhood“ der schottischen Band Marillion.

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Der Ex-Marillion-Sänger Derek William Dick.

Quelle: hfr ( Archiv)

Rendsburg. Auch 31 Jahre später hat dieses 45-minütige Progressive-Rock-Meisterwerk nichts von seiner Strahlkraft eingebüßt, wie ein Blick in die glücksglasigen Augen der gut 500 Besucher in der Rendsburger Nordmarkhalle belegt. Der Ex-Marillion-Sänger Derek William Dick, bekannt als Fish, und Band spielen auf der „Farewell To Childhood“-Tour noch einmal das komplette Album und die Jugend von damals schwelgt in Erinnerungen, betrauert die Trennung von „Kayleigh“, schnuppert an „Lavender“ und besingt stolz das „Heart Of Lothian“ bis sie am Ende versöhnlich und weltumarmend die „White Feather“ trägt.

Zwischendrin immer wieder aufflammender Applaus für die perfekte musikalische Umsetzung durch Gitarrist Robin Boult, Keyboarder Tony Turrell, Bassist Steve Vantsis und Drummer Gavin Griffith. Und Fish natürlich; der hat zwar nicht mehr die stimmliche Breite und den enormen Druck von früher, er behilft sich durch eine andere Phrasierung und tiefere Lagen in den lauten Passagen, aber die nicht wenigen leisen Momente geraten dafür umso authentischer. Zwei Jahre möchte der 58-Jährige noch als Musiker unterwegs sein, verrät er, und es sei ihm wichtig gewesen, dieses Album, dessen damals geschriebene Texte zum Teil das Jetzt beschreiben, noch einmal komplett zu singen.

Und dafür kann man ihm nur dankbar sein, denn es bedeutet Gänsehautmomente en masse für die Menschen in  Hemd und Jackett oder der alten Lederjacke. Eingerahmt ist Reise in die Kindheit durch Songs aus den zahlreichen Fish-Soloalben, die zwischen 1990 und 2013 entstanden sind, darunter der trockene Midtempo-Rocker und Titelsong des jüngsten Werkes „Feast Of Consequences“, das an die alten Genesis gemahnende „Family Business“ oder das mit einem verstörenden Gitarrenriff durchsetzte „The Perception Of Johnny Punter“. Zu letzterem findet Fish, der ganz gut deutsch spricht, aufwühlende, mit persönlichen Erlebnissen verknüpfte Worte zu Krieg, Flucht und Terror. Doch auch die eine oder andere Anekdote ist dabei an diesem gefeierten und denkwürdigen Wiedersehen mit der Kindheit.

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