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Kino im Landestheater

Holocaust-Gedenktag Kino im Landestheater

Zum Holocaust-Gedenktag zeigt das Landestheater am Beisenkötter-Platz den dreieinhalbstündigen Film Der Letzte der Ungerechten von Claude Lanzmann. Das soll Rendsburgs Ruf als Kulturstadt festigen, sagt Schauspieldirektor Wolfram Apprich. Erstmals arbeiten Landestheater, Jüdisches Museum und Kommunales Kino zusammen.

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 Sie machen gemeinsam Kino im Landestheater: Schauspieldirektor Wolfram Apprich (von links), Harald Jockenhövel vom Kommunalen Kino und Carsten Fleischhauer, Leiter des Jüdischen Museums.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Den Streifen zeigt das Landestheater in seinem 500 Besucher fassenden großen Saal im Rahmen der vor fünf Jahren begonnenen Reihe Film ab. Vor der Bühne hängt dann eine rund 25 Quadratmeter große Leinwand. Die Vorstellung beginnt am Sonnabend um 18 Uhr.

In Der Letzte der Ungerechten kommt der Wiener Rabbiner Benjamin Murmelstein zu Wort. Dieser leitete 1944 den sogenannten „Judenrat“ in Theresienstadt, war so Handlanger der SS-Größe Adolf Eichmann, gleichzeitig zögerte der Rabbiner aber auch den Weg in die Gaskammern hinaus, schreibt Josef Lederle im Magazin „Filmdienst“. Lanzmann lässt die Kamera durch die Festungsanlagen des Konzentrationslagers wandern. Er erinnert unter dem Galgen an die Massaker und Exzesse der SS, baut Zeichnungen der Inhaftierten und historische Fotografien ein. Murmelstein saß nach dem Krieg für seine Kollaboration eineinhalb Jahre lang in Haft.

„Alle Filme von Lanzmann haben etwas mit der Shoah zu tun“, sagt Harald Jockenhövel vom Vorstand des Kommunalen Kinos. „Sein Weg ist das Wort. Er befragt Zeugen. Er kitzelt den Menschen die Wahrheit heraus.“ Mit der Vorführung kurz nach dem Holocaust-Gedenktag wollen Landestheater, Jüdisches Museum und Kommunales Kino „ein Zeichen setzen“, sagt Schauspieldirektor Wolfram Apprich. „Wir gedenken dieses Tages in Rendsburg.“

Der 90 Jahre alte Claude Lanzmann bekam vor drei Jahren bei der Berlinale den Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk. Er ist der Sohn jüdischer Eltern und wurde in Paris geboren. Lanzmann kämpfte in der Résistance. Zu seinen großen Werken gehört der mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnete neuneinhalbstündige Streifen Shoah über den Mord an europäischen Juden. Der Letzte der Ungerechten ist ein Nachfolgefilm.

Shoah zeigte das Landestheater vor einem Jahr. „Das war ein sehr großes Risiko“, erinnert sich Apprich angesichts der Länge. „Es war ein sehr bewegender Tag.“ 120 Besucher kamen. Viele sah der Schauspieldirektor erstmals im Theater.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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