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Drei Kitas im Streik

Rendsburg Drei Kitas im Streik

Wo sollen ihre Kinder hin, wenn Kitas bestreikt werden? 30 Eltern wollten am Montag früh im Rathaus von Rendsburg Antworten vom Bürgermeister. Pierre Gilgenast konnte nur bedingt helfen. Und die Lage verschärft sich.

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Wo sollen die Kinder hin, wenn die Erzieherinnen in den Kitas streiken? Das wollten Eltern am Montag mit dem Rendsburger Bürgermeister klären. Erste Station war Adelheid Kulp, dessen Sekretärin.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. „Ich bin im Moment schweißgebadet“, sagt Dagmar Mädler. Wo soll sie den fünf Jahre alten Felix lassen, wenn die Kita Neuwerk bestreikt wird? Bei der Schwester? Bei den Großeltern? Bei anderen Müttern? „Ich kann als Lehrerin keinen Urlaub nehmen oder Überstunden abbummeln.“ Dagmar Mädler hat am Montag mit 30 Müttern und Vätern und ihren Kindern ihre Not Bürgermeister Gilgenast klar gemacht.

„Ich bin auf die Kita angewiesen“, sagt Simone Hollmer-Jochimsen. Ihr fünf Jahre alter Felix besucht die Kita Butterberg. Am Montag war diese zu. Die Mutter kann sich helfen. „Ich habe ganz viel Glück.“ Ihr Chef lässt sie abends arbeiten.

Robert Mandic verliert dagegen zweimal Geld. Der Gastronom muss für vormittags in seiner Gaststätte in Itzehoe eine Aushilfe einstellen. Er selbst kann erst später kommen, wenn seine Frau von der Arbeit kommt und die Betreuung von Maximilian übernimmt. Wie die anderen Eltern muss Mandic weiter Kita-Gebühren zahlen, obwohl Streik ist. Die Stadt habe erklärt, die Eltern könnten nichts zurückfordern, sagt Ina Sonntag. „Wir werden es trotzdem tun.“

Fast alle Eltern haben Verständnis für den Streik. „Wir verstehen den Unmut“, sagt Robert Mandic. Ina Sonntag: „Wir möchten uns auch für die Erzieher engagieren.“ Auch Bürgermeister Gilgenast findet „die Streiks insgesamt berechtigt“. Den Eltern kann er wenig Hilfe anbieten.

Gilgenast und sein zuständiger Fachbereichsleiter Herbert Schauer sichern aktuellere Informationen über die Streiklage auf der Internetseite der Stadt zu. Über Tel. 04331/206150 wolle die Stadt außerdem informieren und Plätze in Notgruppen vermitteln. Über die Rückzahlung von Kita-Gebühren könne man „in Ruhe“ reden, sagt Gilgenast.

Ob sie wie in Kiel ihre Kinder in den Kitas selbst betreuen können, wollen Eltern wissen. Gilgenast: Der Kreis sehe Probleme. Norbert Schmidt, Leiter des Kreisjugendamts, bestätigt: „Ich sehe das Risiko.“ Zum Beispiel bei Unfällen. Zahlt die Versicherung? Das müsse jeder Träger mit seiner Versicherung klären und dann selbst entscheiden.

Gleichzeitig verschärft sich die Lage: An diesem Montag waren die städtischen Kitas Neuwerk und Butterberg komplett geschlossen. Ab diesem Dienstag kommt die Kita Villa Kunterbunt im Stadtteil Mastbrook dazu. Damit würden drei der vier städtischen Kitas bestreikt. In der Kita Neuwerk gebe es ab Dienstag wieder eine Notgruppe, am Butterberg und in Mastbrook jedoch nicht, sagt Schauer. Die Kita im Stadtpark bleibt voraussichtlich offen, sagte der Beamte am Montagnachmittag.

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Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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