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Kino in der Kirche

Rendsburg Kino in der Kirche

Die Marienkirche in Rendsburg wird zum Kinosaal. Über eine Leinwand vor dem Altar flimmert am Freitagabend der 20er-Jahre-Stummfilm Der Schatz. Kantor Volker Linhardt improvisiert dazu auf der großen Orgel auf der Empore. Harald Jockenhövel vom Kommunalen Kino hat den Streifen besorgt.

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Kantor Volker Linhardt improvisiert die Musik zum Film auf der Orgel. Harald Jockenhövel hat den Streifen in Blue-Ray-Format besorgt.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. In der Kirche mit ihrem mächtigen fast 370 Jahre alten hölzernen Altar, der geschnitzten Kanzel mit den vier Evangelisten, dem bronzenen Taufbecken aus dem 14. Jahrhundert und den prunkvollen Leuchtern versprechen Linhardt und Jockenhövel ein besonderes Erlebnis. „Ich kann an der Orgel viel zaubern“, sagt der Kantor. Geräuschkulissen mit tiefe Bässen, Klangfacetten und liegende Akkorde, die den Raum füllen. Den Streifen bekommt Linhardt nur indirekt mit. Eine Kamera nimmt den Film auf der Leinwand auf und sendet ihn auf einen Bildschirm, den der Kantor auf der Orgel platziert. Anders geht das nicht. Denn Linhardt sitzt an seinen drei Manualen mit dem Rücken zur zwölf Quadratmeter großen Leinwand, die vor dem Taufbecken hängen soll.

Den Film in Blue-Ray-Format hat Jockehövel aus dem deutschen Filmarchiv in Wiesbaden besorgt. „Er liegt bei mir schon zu Hause.“ Vor drei Wochen hat er Linhardt die passende DVD in die Hand gedrückt. Bis Freitag will der Kantor den Streifen mehrfach anschauen und sich Szene für Szene Notizen machen. „Ich versuche, den Film häppchenweise kennen zu lernen.“ Aber die Musik bei der Vorführung „ist wirklich improvisiert“. Sie lebe „im Wesentlichen von spontanen Ideen“.

Der Schatz ist ein Film, den Regisseur Georg Wilhelm Papst nach einer Novelle von Rudolf Hans Bartsch gedreht hat. Der 80-Minuten-Streifen erzählt von einem Glockengießer in Slowenien, der in seinem Haus nach einem Schatz sucht. Den sollen Türken bei ihrer Invasion im 17. Jahrhundert versteckt haben. Mit dem Gold will der Glockengießer die Zuneigung einer Frau gewinnen, die ihr Herz aber schon an einen Goldschmied verloren hat. Gemeinsam mit dem Goldschmied findet der Glockengießer den Schatz, und voller Eifersucht will er nun den Nebenbuhler ausspielen. Der Streifen gilt als das letzte große Werk des deutschen Filmexpressionismus, sagt Volker Linhardt. Das Kommunale Kino zeigt den Film in der Kirche fast auf den Tag genau 93 Jahren nach der Kinopremiere in Dresden. 

Die Vorführung beginnt am Freitag, 4. März, um 18.10 Uhr in der Marienkirche. Der Eintritt ist frei. Kirche und Kommunales Kino bitten um Spenden.

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Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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