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Leben und Kultur für Nienstadtstraße

Rendsburg Leben und Kultur für Nienstadtstraße

Erst Schlachterei, dann legendäres Feinkostgeschäft La Charcuterie, schließlich Secondhand-Shop und Leerstand. Die Geschichte der Nienstadtstraße 6 in Rendsburg ist bewegt. Nun ist hier die „Kulturschlachterei“. Sie soll Leben und Kultur ins Viertel bringen. Der Name erinnert an Vergangenheit.

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Sie vertreten die "Kulturschlachterei": Alexander Luttmann (links) und Stephan Mohr.

Rendsburg. Der Raum hinter Schaufenster und Glastür in der Nienstadtstraße 6 erinnert an einen langen Schlauch. Hinten ein Tresen, davor eine lang gezogene Tischfläche aus Holzplatten und niedrigen Regal-Elementen darunter, überall teils als Sitzelemente gestapelte schwarze Getränkekisten, Drehhocker mit runden Sitzen, an den Wänden großflächige Porträts, ein Riesenfoto von Blohm & Voss in Hamburg. Vorne kleben an den Wänden angegilbte Fliesen: Eines der letzten Zeichen, dass hier einmal eine Schlachterei war. Drei Schichten haben sie beim zwei Monate währenden Renovieren von der Wand geholt, bis die Kacheln auftauchten. „Tapete, Farbe, Putz“, zählt Alexander Luttmann auf. Der Geschäftsführer der Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung gehört zu den Initiatoren der „Kulturschlachterei“. Mieter der Immobilie sei der Verein Wilde Bildung, dessen Versuch einer Wiederbelebung des nahe gelegenen ehemaligen Kinos Tonhalle als „Kulthaus“ scheiterte.

Die „Kulturschlachterei“ als kleinere Neuauflage des Kulthauses? Luttmann und sein Mitstreiter Stephan Mohr vom Verein Wilde Bildung winken lachend ab. Doch die Ideen klingen ähnlich. Ein Nähcafé sei im Entstehen. Ein Taz-Redakteur soll zum Thema Rechtsradikalismus referieren. Schulen könnten ihren Kunstunterricht hierher verlagern. An Ausstellungen, Konzert, Lesungen sei gedacht. Die „Kulturschlachterei“ wolle die Entwicklung von Kunst und Kultur in der Stadt gestalten. Denkfabrik solle sie sein. „Wir versuchen, mit wenig viel zu gestalten“, sagt Stephan Mohr und spricht von der Nienstadtstraße als „kleiner Straße mit skandinavischem Flair“.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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