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Digitales Auge bis zur Hallig

Stromnetz unter Kontrolle Digitales Auge bis zur Hallig

Das digitale Auge reicht bis auf die Halligen: Die Netzleitstelle der Schleswig-Holstein Netz AG  in der Kieler Straße in Rendsburg überwacht ein rund 20.000 Kilometer langes Stromnetz in Schleswig-Holstein - Hoch- und Mittelspannungsleitungen über und unter der Erde.

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Ein Stromnetz von rund 20.000 Kilometern an Freilandleitungen und Erdkabeln überblickt Oke Reimer auf seinen Monitoren in der Netzleitstelle an der Kieler Straße in Rendsburg.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Alles unter Kontrolle: Die Leitstelle der Schleswig-Holstein Netz AG ist in einem mehrfach gesicherten roten Backsteinbau auf dem Gelände des Unternehmens in der Kieler Straße in Rendsburg. Herzstück ist ein Saal mit rund 65 Flachbildschirmen. Von hier aus überwachen Elektromeister wie Oke Reimer ein rund 20.000 Kilometer langes Stromnetz landesweit. Das digitale Auge reicht bis Sylt, auf die Hallig Gröde, nach Fehmarn und Uetersen. 19 Angestellte teilen sich die Arbeit, 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag. „Keine Minute ohne Kontrolle“, sagt Thomas Jaquet, Chef der Leitstelle. Weder Heiligabend noch Silvester oder Karfreitag.

Oke Reimers Arbeitsplatz begrenzt eine Batterie von acht Flachbildschirmen, die doppelstöckig übereinander gereiht sind: Karten, Texte, Protokolle, Ausschnitte von Leitungsnetzen bilden die Mattscheiben ab. Ein Geflecht von blauen, grünen, gelben und roten Linien überzieht die Schleswig-Holstein-Karte. Städte und Gemeinden wie Eckernförde, Nortorf, oder Wattenbek schmelzen zu Kürzeln wie ECKE, NTOR und WATT zusammen. Reimer kann die Karte bis vor die Ortsnetze von Brammer, Eisendorf oder Ascheffel vergrößern, er sieht jede Leitung, jede Umschaltstation.

Wie er da den Überblick behält? „Auf jeden Fall mit Konzentration.“ Aber: „Man kann nicht immer auf den Bildschirm schauen. Man muss auch mal in die Weite blicken.“ Die liegt vor den großen Fenstern am Ufer der Obereider. Dorthin hat Oke Reimer grade für einen Moment geschaut. Dann geht der Blick zurück. „Die Zusammenarbeit mit den Kollegen vor Ort macht Spaß. Die brauchen uns, um arbeiten zu können.“ Kaum hat der Elektromeister das gesagt, klingelt sein Telefon. Eine Störung auf Sylt. Nicht das erste Mal in diesen Tagen. Reimer lässt Protokolle der vergangenen Zeit über den Bildschirm gleiten und kann helfen.

Wer in die Netzleitstelle besucht, sagt Jaquet, will etwas über Störungen im Stromnetz wissen. Zwei Antworten bekommt er dann. „Jede Störung ist anders“, lautet die eine. Mal hebelt ein Baggerfahrer ein Erdkabel aus. Mal knickt ein Sturm einen Mast um, mal wirft ein Orkan einen Baum um, dessen Wurzel dann ein Erdkabel aushebelt. „Dann schicken wir von hier aus die Monteure los.“ Zurzeit registriere die Netzleitstelle rund 500 Störungen im Jahr, vor zehn Jahren seien es 550 bis 560 gewesen. 

Störungen seien aber nicht die Hauptarbeit, ist die zweite, wichtigere Antwort von Jaquet. Bauarbeiten, Netzprüfungen oder Wartungen halten die Techniker in der Leitstelle in erster Linie auf Trab. Dann müssen die Techniker dafür sorgen, dass kein Strom auf der Leitung ist, an der Monteure arbeiten. 

Seit rund 25 Jahren befindet sich die Netzleitstelle an der Kieler Straße. Einen Totalausfall habe es noch nicht gegeben. Aber auch dafür ist vorgesorgt. Dann wacht eine Ausweichstelle in Neumünster.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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