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Vom Boot ins Praktikum

Flüchtlinge Vom Boot ins Praktikum

Erstmals lernen Flüchtlinge in einem neuen Kurs der Volkshochschule in Rendsburg nicht nur Deutsch, der 26-wöchige Lehrgang soll sie aufs Berufsleben vorbereiten. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde bieten das Grone-Bildungszentrum und das Berufsbildungswerk ähnliche Kurse an.

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VHS-Dozent Jörgen Johannsen (von links) begleitet Farhad Rashidi, Hassan Omar und Asghar Skeikhloo durchs deutschsprachige Internet.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Es ist an einem Vormittag im Raum 6 im Niederen Arsenal am Paradeplatz in Rendsburg. Im EDV-Raum der Volkshochschule lotst Dozent Jörgen Johannsen eine Gruppe von rund 15 jungen Flüchtlingen durchs Internet, sie kommen zumeist aus Syrien und dem Iran, sind lernbegierig und hoch konzentriert. Und dankbar. Belal Abdul Wahed hat seine Gefühle exrtra auf einen Zettel geschrieben: „Wir sind sehr dankbar für Eure Hilfe und Unterstützung. Auch wenn wir noch deutsch lernen, sind wir um Verständigung bemüht.“ Die Schicksale der Schüler sind ähnlich. So sagen der 19 Jahre alte Syrer Mohamad Hlal ebenso wie der 29-jährige Iraner Asghar Sheikhloo, sie seien übers Mittelmeer gekommen, der eine möchte hier als Mechaniker arbeiten, der andere als Designer. Beide sagen, dass sie studiert haben.

Neben ihrem täglichen Deutsch-, Berufskunde- und EDV-Unterricht haben die jungen Flüchtlinge Einzelberatung bei Karin Friese-Harenberg. Sie will wissen: „Was können sie, was wollen sie.“ Dazu gehört: „Wir müssen ihre zeugnisse übersetzen.“ Und: IHK und Handwerkskammer müssten die Abschlüsse anerkennen. 

Das Wirtschaftsministerium und die Arbeitsagentur finanzieren die Kurse gemeinsam. Sie richten sich an Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive, geduldete Flüchtlinge, die arbeiten dürfen, sowie anerkannte Asylbewerber, sagt Claudia Vorbau vom Jobcenter in Rendsburg, an dem die Arbeitsagentur beteiligt ist. 

Im Kreis bieten VHS, Grone-Schule und Berufsbildungswerk in den Kursen insgesamt 100 Plätze an, sagt die Bereichsleiterin. Wenn das nicht reicht, werde um insgesamt 90 Plätze aufgestockt, „sodass ein ausreichendes Kontingent vorhanden ist“. Im Amtsdeutsch heißen die Kurse „Begleiteter Übergang für Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung in Schleswig-Holstein“, kurz BÜFAA.SH, Start war Anfang Juni.

Die Rendsburger Volkshochschule hat sich mit zwei Zertifikaten auf ihre neue Aufgabe vorbereitet. Während die jungen Flüchtlinge nunmehr in der zweiten Woche werktags acht Stunden lang im Niederen Arsenal pauken, sagt VHS-Leiter Rainer Nordmann: „Der nächste Schritt ist, dass wir ein Praktikum organisieren.“ Auch während sie im Betrieb sind, lernen sie weiter Deutsch bei der VHS. „Wir lassen sie nicht alleine.“

Für Nordmann gehört das neue Angebot „zu unseren Standardaufgaben“. VHS-Dozentin Karin Friese-Harenberg sagt: „Die Menschen kommen hochmotiviert.“

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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