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Der lebenslustige König

Scheiben-Schützen-Gilde Der lebenslustige König

Für Walther Schmielewski ist am Montagabend in Rendsburg das Königsjahr bei der Neuwerker Scheiben-Schützen-Gilde zu Ende gegangen. Als Nachfolger proklamierte der Männerbund im Schützengrund an der Hindenburgstraße den 42 Jahre alten Makler Jan-Christian Schulz.

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Gut gelaunt präsentiert Gildemajor Peter Kehrberg den neuen König Jan-Christian Schulz.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. Der neue König wohnt in Fahrdorf und trägt den Beinamen „der Lebenslustige“. Mitten in die Scheibe traf der neue König. „Der Schuss war einfach nicht zu übertreffen“, lobte Gildemajor Peter Kehrberg. 34 Männer hatten an dem Schießen teilgenommen. Drei kamen am Ende in die engere Auswahl. Beim Königsschießen legen die Männer im Schützengrund an der Hindenburgstraße aus einer Distanz von rund 100 Metern mit sogenannten Wallbüchsen an.

Die Neuwerker Scheiben-Schützen-Gilde hatte gestern früh kurz nach 9 Uhr vor dem Landestheater in Rendsburg ihren Ausmarsch durch die Stadt zum Conventgarten begonnen. In der Nacht und am frühen Morgen hatte es in Rendsburg noch gegossen wie aus Kübeln. Die Gilde war indes vorbereitet auf schlechtes Wetter, hatte Plan B und Plan C als Alternativen für den Marsch durch die Stadt. Entweder einen verkürzten Lauf ab dem Rathaus oder eine Busfahrt. Doch kurz vor dem geplanten Ausmarsch hörte der Regen auf, und es blieb beim Antreten vor dem Landestheater – wie gewohnt.

Dort schwor Gildemajor Peter Kehrberg die von Hauptmann Dirk Pohlmann aufgereihten Männer auf das Motto des Tages ein. „Rendsburg“ lautet es im 324. Gildejahr. Und das buchstabierte der Fockbeker von seinem Pferd aus: Ressourcen, Eider, Nord-Ostsee-Kanal, Drehbrücke, Schwebefähre, Burg, Umland, und die letzten beiden Buchstaben schließlich ließen sich nicht trennen, sie gehörten zusammen wie Rendsburg und die Gilde.

Dieses Jahr haben die Neuwerker keine neue Mitglieder aufgenommen. Heimo Sohrt, der schon König war und als Adjutant beim Ausmarsch jedes Jahr zu Pferde dabei ist, findet das traurig: „Ohne Gilde würde mir im Leben ganz schön was fehlen.“ Gerne würde er mehr Bürger „begeistern für dieses Unternehmen“. Aber der Zeitgeist stehe dem entgegen. Rund 100 Mitglieder haben die Scheiben-Schützen. Vor wenigen Jahren waren es noch 120 bis 125.

„Wir stehen hinter der Stadt“, versicherte Ältermann Norbert Klause beim Gildefrühstück im Conventgarten. So sei es „Ehrensache“ mit dem Bettelwagen durch Rendsburg zu ziehen, um Spenden für Bedürftige einzusammeln. Rund 6000 Euro haben die Männer Ende vergangener Woche eingesammelt, sagen die Neuwerker. Was macht die Gilde aus? Der Frage ging der scheidende Honorarkonsul der Niederlande, Ernst Joachim Fürsen, bei seiner Festrede im Conventgarten nach. Wer zur Gilde gehört, sei stolz darauf und betrachte die Mitgliedschaft als Auszeichnung. Die beiden Rendsburger Männerbünde „sind aus der Stadtgeschichte nicht wegzudenken“. Der scheidende König Schmielewski hatte sein Jahr unter das Motto „Gilde miteinander“ gestellt. „Das haben wir gelebt. Es ist eine tolle Sache, in einer Gilde unterwegs zu sein.“ Das mache „auch Spaß“.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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