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Mit der Patin zur Mittleren Reife

VHS Rendsburg Mit der Patin zur Mittleren Reife

Philip Boahen holt in der Rendsburger Volkshochschule den Realschulabschluss nach. Der Flüchtling aus Ghana besucht den Unterricht jeden Abend nach der Arbeit. Eine Rendsburgerin hat die Patenschaft übernommen und zahlt die Kursgebühr. VHS-Chef Rainer Nordmann glaubt, dass der 18-Jährige das Zeug zum Studium hat.

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Zusammen mit seiner Mathe-Lehrerin  Elona Gutschlag löst Philip Boahen eine Wahrscheinlichkeitsaufgabe.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Es waren Zufälle, die Philip Boahen und seine Patin Hilke Bornhöft zusammenführten. Der Weg ging über Rainer Nordmann, den Leiter der Volkshochschule Rendsburger Ring. Der lernte den jungen Mann im vergangenen Frühsommer kennen. Der 18-Jährige wollte für seine jüngere Schwester Nachhilfeunterricht organisieren. Nordmann war verblüfft: „Ich merkte gleich, wie intelligent er ist.“ Für den VHS-Leiter war klar, er wollte den jungen Flüchtling fördern: Zunächst Realschulabschluss, dann womöglich Abitur und Studium. Doch die Kurse bei der VHS kosten Geld, das der Afrikaner nicht hat. Zu dem Zeitpunkt war schon Hilke Bornhöft im Spiel. „Ich war bei Herrn Nordmann und sagte ihm, ich möchte jemanden unterstützen. Aber nur, wenn ich sehen kann, was daraus wird. Ich wollte etwas Sinnvolles tun und wissen, wo mein Geld bleibt.“

Inzwischen zahlt Hilke Bornhöft Monat für Monat die Gebühr für den Kursus an der Rendsburger Volkshochschule. „Mir geht es finanziell gut.“ Und über Philip Boahen sagt sie: „Er macht mir viel Freude. Ich bin bereit, ihn bis ins Studium zu begleiten. Ich möchte das gerne noch ein paar Jahre lang machen.“

Tagsüber lässt sich der junge Flüchtling in einem Rendsburger Autohaus zum Kfz-Mechatroniker ausbilden. Abends besucht er gut drei Stunden lang den Realschul-Kursus im Büdelsdorfer Bürgerhaus, einer Zweigstelle der Rendsburger Volkshochschule. Die doppelte Belastung störe ihn nicht. Der 18-Jährige wirkt tiefenentspannt. „Ich habe jetzt keine Freizeit. Später nach dem Realschulabschluss vielleicht. Im Moment will ich lernen. Freizeit kommt später.“ Hilke Bornhöft ist begeistert: „Ist das nicht schön? Er soll das ganz entspannt machen.“ VHS-Chef Nordmann: „Ich wusste, dass ich mich auf Philip verlassen kann. Philip hat nie gefehlt. Er ist immer gekommen.“

Im Sommer will der Afrikaner seinen Realschulabschluss machen. Sein großes Ziel ist ein Maschinenbaustudium. Eine Grundlage hat er schon gelegt. In Mathematik steht er auf der Note Eins.

Fürs Studium bräuchte er Abitur. Dabei kann ihm die Volkshochschule im Moment noch nicht helfen. „Wir wollen das auch anbieten“, sagt Rainer Nordmann. Die VHS bräuchte eine Anerkennung als Abendgymnasium. „Wir haben noch keinen Antrag beim Bildungsministeriums gestellt. Wir müssen noch Rahmenbedingungen klären.“ Denkbar sei ein Start zum Schuljahr 2017/18. Das könnte passen. Denn die Lehre von Philip Boahen geht noch drei Jahre lang.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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