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Nasenjagd in Rendsburg

Street Art Nasenjagd in Rendsburg

In Rendsburg ist ein Nasenfieber ausgebrochen. An Fassaden kleben aus Ton gebrannte Riechkolben. Täglich entdecken Passanten beim Gang durch die Stadt neue Nasen. Weit über 40 sollen es inzwischen sein. Die Hype hat inzwischen die sozialen Netzwerke erfasst. Doch der Urheber bleibt unerkannt.

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In Rendsburg ist ein Nasenfieber ausgebrochen. An Fassaden kleben aus Ton gebrannte Riechkolben.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. Kein Zweifel, es ist Streetart. Gang und gäbe ist diese Form der nichtkommerziellen Kunst im öffentlichen Raum in Metropolen wie New York, Amsterdam, Berlin oder Hamburg. Die Palette reicht von Graffiti mit Schablonen, Installationen und Wandmalerei bis hin zu gestalteten Kacheln. Jetzt also Nasen an den Wänden der Kreisstadt Rendsburg. Die Riechkolben sind unterschiedlich gestaltet.

Mal sind es Knollen, mal klassisch römische, mal breite, mal platte, mal krumme Nasen. Mal solche mit geblähten Flügeln, mal sind sie rot, mal weiß, mal dunkelbraun. Sie ragen beim Brillengeschäft ebenso wie beim Frisör oder am Kino aus der Wand. Weil sie hoch hängen, fallen sie nicht sofort ins Auge.

Bis an den äußersten Stadtrand hat sich der Urheber vorgearbeitet, hat Nasen am Vorder- und Hintereingang des Bildungsinstituts Nordkolleg hinterlassen. Dessen Geschäftsführer Guido Froese entdeckte sie in der vergangenen Woche.

Und prompt glaubten Nasenjäger, schon eine Spur aufgenommen zu haben. Im Nordkolleg hat nämlich die Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung ihren Sitz. Dessen Geschäftsführer ist Alexander Luttmann. Luttmann ist auch Mitglied der Streetart School in Hamburg. Wenn das mal keine Spur ist. Luttmann wisse, wer der Nasenkleber ist, heißt es. Wenn er es nicht gar selbst sei. Beides wehrt der Rendsburger entschieden ab. Er kenne nur Gerüchte, mehr nicht, sagte er am Dienstag. Und: „Ich habe noch niemanden beim Kleben gesehen.“

Immerhin gehört Luttmann zu den ersten Entdeckern einer Nase. An einer Hauswand in der Nienstadtstraße, einer tristen Seitenstraße der Fußgängerzone Stegen sei sie ihm ins Auge gefallen. Es gebe noch ältere Nasen, habe ihm ein Nachbar berichtet. Zum Beispiel in der Fußgängerunterführung neben der Weißen Brücke, wo es vom Jungfernstieg in den Stadtpark geht. Er habe kein Interesse, die Identität des Nasenklebers aufzudecken, sagt der gelernte Sozialpädagoge. „Ich akzeptiere, dass Leute das anonym machen.“

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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