23 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Landestheater putzt sich raus

Rendsburg Landestheater putzt sich raus

Das Landestheater in Rendsburg putzt sich für die neue Spielzeit und den Umzug seiner Zentrale von Schleswig in die Stadt am Nord-Ostsee-Kanal raus. In einem kleinen Büro haben Handwerker eine Überraschung entdeckt.

Voriger Artikel
Dampflokomobile im Einsatz
Nächster Artikel
Rohlfs wird Richter

Dachdecker André Böhm repariert einen Sturmschaden.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Eigentlich hätte die Sache klar sein können. An der Stirnseite der schmalen Garderobe rechts neben dem Zuschauerraum des Landestheaters am Hans-Heinrich-Beisenkötter-Platz in Rendsburg zeichnet sich ein hoher Bogen in der weißen Wand ab. Ein altes Fenster? Offenbar.

Hinter dem Bogen hat Produktionsstättenleiter Harro Adler sein Büro im Zwischengeschoss. Dort roch es muffig. Vor wenigen Tagen klopften Handwerker Putz weg – und entdeckten zwei bis zu zehn Zentimeter tiefe Risse. Der untere ist rund.

Maren Stüdtje vom Fachdienst Hochbau im Rendsburger Rathaus sagt über den Bogen in Adlers Büro: „Das hier ist etwas ganz Neues.“ Die Rundung aus gebrannten Ziegeln ist zugemauert, sie ist die Rückseite des Bogens in der Garderobe. Alles deutet darauf, dass hier früher ein Fenster war, meint Maren Stüdtje. Die Angestellte betreut zurzeit Reparatur-, Ausbesserungs- und Malerarbeiten im Landestheater. Die Stadt gibt ihren Worten zufolge dafür rund 10000 Euro aus.

Der Teppichboden im Foyer des Landestheaters ist jetzt Lagerplatz für Farbeimer, Steckerleisten, Staubsauger, abgehebelte Kunststoffleisten und ausgestöpselte Computertastaturen. Auf Tischplatten und niedrigen Bänken liegt feiner, grauer Staub. Handwerker sind im Haus.

An einem der drei mächtigen Eingangsportalen kniet an diesem Montag Maler Sven Herpel auf einer Filzmatte. Eben hat er die Türgriffe abgeklebt, damit keine Farbe aufs Metall kommt. Jetzt streicht er die Türen. Draußen steigt Dachdecker André Böhm mit dem Hubsteiger auf. Böhm repariert einen Schaden, den Sturmtief „Zoran“ Anfang Mai im Dach über dem Portal hinterlassen hatte. Hinterher waren Schieferplatten verschoben, sie hingen aber noch fest, sagt Maren Stüdtje.

„Deshalb konnten wir die Reparatur in die Sommerpause schieben. Es gab keine Gefahr für die Besucher. Auf jeden Fall mussten wir das Dach aber jetzt richten.“

Noch einmal wird der Hubsteiger im August vorfahren. Dann lässt die Stadt auf einer Länge von zwölfeinhalb Metern über dem Hauptportal einen Schneefang auf dem Dach montieren. Es ist eine Art Geländer mit zwei langen Kupferrohren. „Es war ein langer Weg, bis wir etwas gefunden haben, was zum Stil des Hauses passt“, berichtet Maren Stüdtje. Und die Angestellte zeigt ein Bild aus dem Jahr 1908. Schon damals gab es einen Schneefang auf dem Dach.

Als „Stadthalle“ mit Theater und Ballsaal weihte Rendsburg das Theater am heutigen Hans-Heinrich-Beisenkötter-Platz am 14. November 1901 ein. Die Spar- und Leihkasse finanzierte den Bau nach Plänen des Altonaer Architekten Albert Winkler. Der mächtige weiße Bau am Eingang der Altstadt steht unter Denkmalschutz.

Anfangs war das Theater ein Privatunternehmen. Seit den 1940er Jahren schlossen sich Kreise und Städte zum späteren Schleswig-Holsteinischen Landestheater zusammen. Im Sommer 2016 will das Landestheater den Hauptsitz von Schleswig nach Rendsburg verlegen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Eckernförder Bucht

Schiffspositionen in
der Eckernförder Bucht,
dem NOK & der Ostsee

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3