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Schwebefähre steht sechs Wochen

Rendsburg Schwebefähre steht sechs Wochen

Die Schwebefähre steht in den Sommerferien still: Das Wasser- und Schifffahrtsamt zerlegt den Antrieb. Der hängt gut 40 Meter über dem Nord-Ostsee-Kanal an den Seiten der Eisenbahnhochbrücke von Rendsburg. Die Zwangspause sei unumgänglich.

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Eineinhalb Minuten braucht die Schwebefähre für die Fahrt über den Nord-Ostsee-Kanal.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. Besucher ärgern sich in den Sommerwochen, wenn die Schwebefähre nicht zwischen Osterrönfeld und Rendsburg über den Nord-Ostsee-Kanal pendelt. Für genau dieses Fotomotiv fahren viele extra nach Rendsburg.

Alle zwei Jahren müsse das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) den Antrieb der Fähre überholen lassen, sagt Jörg Winkelmann, der WSA-Außenbezirksleiter des Wasser- und Schifffahrtsamts (WSA). „Das ist im Prinzip eine große Inspektion.“

Seit 2011 gebe es die Zweijahresintervalle. Seinerzeit habe das WSA die Fahrspuren der Räder oben auf der Hochbrücke neu richten lassen. Das habe den Verschleiß verringert. Zuvor fiel die Fähre öfter aus.

Die sechswöchige Pause lasse sich nicht verkürzen, versichert Winkelmann. Aber: „Wir haben auch ein bisschen Luft nach hinten hin.“ Will heißen: Möglicherweise schwebt die Fähre auch kurz vor Ferienende wieder.

Jörg Winkelmann: „Wir sind uns auch bewusst, dass wir diese Linie komplett sperren. Für uns ist die Schwebefähre ein Verkehrsmittel über den Kanal.“ Daher wähle das WSA die Ferien. Denn hauptsächlich Osterrönfelder Schüler nutzen die Verbindung auf dem Weg nach Rendsburg.

Das WSA beginnt an diesem Sonnabend mit den Vorbereitungen. Ab dann pendelt die Schwebefähre nicht mehr. Sie sitzt fest am Osterrönfelder Ufer. Dort steht sie leicht angehoben auf vier sogenannten Elefantenfüßen aus Stahl, sagen Jörg Winkelmann und Frank Meissner, Stahlbauer beim WSA. Voraussichtlich am Montagnachmittag komme ein Kran, der Räder, Motoren und Getriebe von der Brücke hebe. Geplant seien dafür eineinhalb Wochen, sagt Winkelmann. Räder und Getriebe überhole der WSA-Bauhof in der Blenkinsopstraße in Rendsburg. Die Elektromotoren untersuche eine Firma in der Helgoländer Straße in Rendsburg.

In den Sommerferien will das WSA auch Roststellen an der Gondel entfernen lassen und diese komplett neu weiß streichen. Handwerker sollen die Holzbohlen auf dem Boden der Fähre abschrauben und beschädigte Stellen ausbessern. Stahlbauer untersuchen dann auch die Träger unter dem Boden, sagt Winkelmann.

Seit dem 2. Dezember 1913 pendelt die Schwebefähre über den Nord-Ostsee-Kanal. Ihr Gewicht von 45 Tonnen hängt mit zwölf stählernen Trag- und Spannseilen an acht Stahlrädern, die in rund 40 Metern Höhe an den beiden Flanken der Eisenbahnhochbrücke entlang rollen. Vier Elektromotoren treiben dort oben die Fähre an.

Für die 125 Meter lange Fahrstrecke über den Kanal braucht sie etwa eineinhalb Minuten. So kommt eine jährliche Fahrstrecke von rund 6000 Kilometern zusammen, hat das Wasser- und Schifffahrtsamt ausgerechnet. Das ist fünfmal Rendsburg - Frankfurt auf der Autobahn, hin und zurück.

Die Fähre schwebt rund drei Meter über dem Wasser. Täglich setzen mit ihr rund 1400 Fußgänger und 350 Pkw über. Es gibt einen festen Fahrplan im 15-Minuten-Takt. Morgens um 5 Uhr schwebt die Fähre erstmals über den Kanal, abends kurz vor 23 Uhr das letzte Mal, im Winterhalbjahr eine Stunde früher.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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