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Schwebefähre auf der Kippe

Rechtsgutachten Schwebefähre auf der Kippe

Ein vom Bundesverkehrsministerium angefordertes Rechtsgutachten zur Schwebefähre sorgt für Aufregung. Geprüft werden soll, ob der Bund zu ihrem Betrieb verpflichtet ist. Damit steht die Fähre womöglich auf der Kippe. Landrat Rolf-Oliver Schwemer kündigte am Dienstag an, er wolle die Bundestagsabgeordneten einschalten.

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Seit ihrer Havarie steht die Schwebefähre still.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. Schwemer beharrt: „An dieser Stelle muss es auch künftig eine Kanalquerung geben für Fußgänger, Radfahrer und Autos.“ Die Schwebefähre ist seit Freitag stillgelegt. Sie war mit einem Schiff auf dem Nord-Ostsee-Kanal kollidiert. Das zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt spricht von einem Millionenschaden. Ob die an der Eisenbahnhochbrücke hängende Fähre noch repariert werden kann, ist derzeit unklar.

Hier sehen Sie Bilder von dem Unfall an der Schwebefähre in Rendsburg.

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Ob die an der Eisenbahnhochbrücke hängende Fähre noch repariert werden kann, ist derzeit unklar. Wie lange die Schwebefähre ausfällt, wenn sie reparabel ist? „Man muss von einem Jahr ausgehen“, sagte Dieter Schnell, der Leiter des für den Betrieb zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamts Kiel-Holtenau am Dienstag.

Doch zunächst sind Gespräche zwischen der Kanalbehörde, dem Kreis, der Stadt Rendsburg und der Gemeinde Osterrönfeld über einen Ersatzverkehr in der nächsten Zeit geplant. Dabei gehe es um zusätzliche Busverbindungen. Auch eine schwimmende Ersatzfähre sei nicht ausgeschlossen.

Reinhard Klingen, Ministerialdirektor im Bundesverkehrsministerium, habe ihm zugesichert, er wolle sich in seiner Behörde für die Reparatur der Schwebefähre einsetzen, wenn das möglich ist, sagte Schwemer. Damit wäre der Betrieb aber nicht auf Dauer gesichert. Womöglich würde sie zu einem späteren Zeitpunkt stillgelegt. Abhängig vom Ausgang der rechtlichen Prüfung gebe es dann „ein geordnetes Verfahren“, habe Klingen gesagt. Falls die Fähre verschrottet werden müsste, gebe es sofort Gespräche. Schwemer zur Zukunft der Fähre: „Damit wird es auf die rechtliche Prüfung ankommen.“

Matthias Visser, der Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamts Kiel-Holtenau, bestätigte am Dienstagnachmittag, dass ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben wurde. Zu Details wisse er nichts. Sein Chef Dieter Schnell reagierte verschnupft: „Da ist Aufklärungsbedarf.“ Noch am Vormittag hatte Visser von einer Fehlinformation gesprochen. Der Landrat hatte den Prüfauftrag öffentlich gemacht.

Rolf-Oliver Schwemer ist alarmiert: „Wir werden die Bundestagsabgeordneten einschalten und ihnen die Situation deutlich machen.“ Auch die Bürgermeister von Rendsburg und Osterrönfeld reagierten. Pierre Gilgenast: „Wir wollen diese historische Schwebefähre im Betrieb.“ Bernd Sienknecht: „Für mich ist die Schwebefähre ein Verkehrsmittel, das wichtig ist.“ Nun sei „mit Hochdruck daran zu arbeiten, dass die Schwebefähre wirklich schnell wieder pendelt.“ Und: „Natürlich gibt es einen Rechtsanspruch.“ Dieser gründet vermeintlich auf einer Zusage des Kaiserreichs beim Bau des Nord-Ostsee-Kanals. Pierre Gilgenast: „Wir werden diesen Rechtsanspruch erörtern müssen.“ Irritiert zeigte sich der Rendsburger Bürgermeister von dem Vorstoß des Bundesverkehrsministeriums. „Wir wollen einen Termin in Berlin.“

Unterdessen haben die Bürgermeister von Rendsburg und Osterrönfeld, der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamts Kiel-Holtenau, Dieter Schnell, sowie Vertreter des Kreises Rendsburg-Eckernförde am Dienstagnachmittag ein Bekenntnis zur Schwebefähre abgelegt.

Pierre Gilgenast: „Für uns alle hat die Schwebefähre eine ganz große Bedeutung. Wir wollen alles daran setzen, dass sie repariert beziehungsweise ersetzt wird.“ Die Rendsburger Runde werde zusammenbleiben und sich in der kommenden Woche wieder treffen, sagte Gilgenast.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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Schwebefähre Rendsburg
Foto: Nach dem Zusammenstoß zwischen einer Schwebefähre und einem Frachter auf dem Nord-Ostsee-Kanal am 8. Januar ermittelt die Kieler Staatsanwaltschaft gegen den Fährführer.

Nach dem Zusammenstoß zwischen einer Schwebefähre und einem Frachter auf dem Nord-Ostsee-Kanal am 8. Januar ermittelt die Kieler Staatsanwaltschaft gegen den Fährführer. Es bestehe der Verdacht eines gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr, sagte Oberstaatsanwältin Birgit Heß am Montag.

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