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Stadt stützt Neue Heimat

700.000-Euro-Defizit Stadt stützt Neue Heimat

Die Seniorenwohnanlage Neue Heimat in der Schleswiger Chaussee in Rendsburg erwartet dieses Jahr einen Verlust von rund 700.000 Euro. Da sie kaum noch Rücklagen hat, übernimmt die Stadt fast die ganze Summe. Zu viel Leerstand, ausgelöst durch veraltete, nicht mehr vermietbare Zimmer, sei Grund für die Lage.

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Die Seniorenwohnanlage Neue Heimat in der Schleswiger Chaussee hat keine Rücklage mehr. Deshalb muss die Stadt für die Verluste aufkommen.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Zusammen mit dem Nachtragshaushalt fürs laufende Jahr hat die Ratsversammlung am Donnerstanachmittag beschlossen, dass die Stadt den Großteil des Verlustes bei der Neuen Heimat übernimmt. Die Entwicklung bei der Seniorenwohnanlage nannte der Finanzausschussvorsitzenden Klaus Brunkert (CDU) ein Alarmsignal.

Die Seniorenwohnanlage ist teilweise veraltet, daher seien Zimmer nicht mehr vermietbar, sagt ihr Leiter Marcus Speck. Das habe die Neue Heimat ins tiefe Minus gedrückt. So gebe es in einem 1968 gebauten Trakt zehn Einzelzimmer, deren Bäder und Toiletten im Flur sind. Dort lebten nur noch zwei Bewohner. Im Flachbau hinter dem Haupthaus gebe es zwölf Doppelzimmer, wo nur 20 Menschen wohnten. Das sei das wahre Handicap. Das Haus müsse dringend modernisiert werden. Die Nachfrage nach Plätzen sei da. „Wir müssen zwei bis drei Leuten pro Woche absagen.“ Insgesamt gibt es 100 Pflegeplätze, 88 Menschen wohnen im Haus, sagt Speck. Vor dem Hintergrund nicht mehr zu vermittelnder Zimmer sei das eine „sehr gute Auslastung“.

Das Defizit ist steil angestiegen. Betrug es nach Angaben von Kämmerer Herwig Schröder 2013 noch 204.000 Euro, so lag es 2014 bei 767.000 Euro. Dieses Jahr erwarte die Stadt ein Minus von rund 700.000 Euro. Da die Rücklage des Hauses durch die Verluste bis auf einen Rest von 23.000 Euro aufgebraucht seien, müsse die Stadt den Rest tragen.

Der Modernisierungsstau liege wohl an vergangenen Fehlern, sagt Bürgermeister Pierre Gilgenast. Rendsburg habe womöglich „den Trend verpennt“. Der Modernisierungsstau sei „eine langfristige Entwicklung, auf die man nicht sensibel genug reagiert hat“. Die Kritik trifft Gilgenasts Vorgänger Andreas Breitner und den früheren Leiter der Neuen Heimat, Dieter Brunner.

Rendsburg lasse nun den Modernisierungsbedarf und die Kosten prüfen, sagt Gilgenast. Weiter wolle die Stadt wissen, ob ein Anbau zu einem besseren wirtschaftlichen Ergebnis führt, weil dann Betriebskosten auf mehr Bewohner verteilt werden könnten. Gleichzeitig lasse die Stadt den tatsächlichen Bedarf an Pflegeheimplätzen berechnen. Er erwarte die Ergebnisse in diesem Jahr.

Da die Neue Heimat keine Rücklagen mehr habe, müsse sie als Eigenbetrieb der Stadt den Kredit für eine Sanierung selbst aufnehmen, sagt Gilgenast. Auf den Haushalt der klammen Stadt komme dann womöglich eine andere Last zu. Sollten während des Umbaus weniger Zimmer bewohnt sein und das Defizit bleiben, womöglich steigen, müsse die Stadt dafür aufkommen.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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