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Sauber in die Dorbek

Rendsburg Sauber in die Dorbek

Am Stadtrand von Rendsburg entsteht eine große Kläranlage für Regenwasser. Sie ergänzt einen über 35 Jahre alten Wassergraben in den Wiesen. Durch die neue Anlage fließt das ganze Oberflächenwasser aus dem Gewerbegebiet in Rendsburg-Nord.

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 Eine Staustufe trennt den alten Graben ab, das Wasser fließt wie bei einem Bypass nach rechts in den neuen Teil der Behandlungsanlage.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Noch arbeiten Bagger und Arbeiter einer Firma aus Schacht-Audorf täglich an der fast fertigen Anlage. Stefan Buche, Leiter der Abteilung Kanalisation bei den Stadtwerken, erklärt das System: Um den alten rund 120 Meter langen Graben fließt das Regenwasser nun in einer Art Bypass sichelförmig herum. Nur wenn bei Starkregen das Wasser zu hoch steht, schwappt die Welle über eine Staustufe in den alten Graben.

Der Bypass mündet in ein neues 500 Quadratmeter großes und durchschnittlich eineinhalb Meter tiefes Becken, von dem aus ein Rohr zum hinteren Ende der alte Rinne führt und von dort in ein flaches 2000 Quadratmeter großes Becken. Von diesem alten Polder aus fließt das Wasser in die Dorbek. Der Bach nimmt bis zu 250 Liter pro Sekunde auf, so sei es mit dem zuständigen Wasser- und Bodenverband abgemacht.

Soll die Anlage mehr Wasser als bisher aufnehmen? Etwa aus Vorsorge, weil der drohende Klimawandel zu häufigem Starkregen führt? Das sei nicht Hauptgrund, sagt Stefan Buche: „Es ist eindeutig eine Maßnahme für Umwelt- und Gewässerschutz. Das Wasser wird sauberer.“ Es gehe um eine bessere Wasserqualität für die Dorbek. Der Bach fließt in den Armensee, dort fördern Brunnen der Stadtwerke Trinkwasser.

Mehr Sand, Reifenabrieb und andere Sedimente als bisher können sich nach Buches Worten im neuen, großen Becken absetzen. Eine Tauchwand könne dort Öl und Benzin besser zurückhalten als die Sperre im alten Graben. 

In die Regenwasseranlage in den Wiesen fließt das Oberflächenwasser aus dem Gewerbegebiet zwischen Loher Straße und Real-Kaufhaus. Autohäuser, Tankstellen, das Einkaufszentrum Eiderpark, der Tüv und ein großes Bauunternehmen sind dort. Das Regenwasser kommt aus einer versiegelten Fläche von 40 Hektar, sagt Buche. Dort haben die Stadtwerke nach seinen Worten im vergangenen Jahr drei Becken als eine Art Zwischenstation vor der Anlage in den Wiesen gebaut.

Die Gesamtinvestition betrage 650000 Euro. Das Vorhaben zwischen Friedrichstädter Straße und Dorbek sei „mit das Aufwendigste, was wir bisher gemacht haben“. Stadtwerke und Stadt teilen sich die Kosten. Ob das neue System der Regenwasserbehandlung seinen Zweck erfüllt, wollen die Stadtwerke in regelmäßigen Abständen viermal im Jahr sowie nach Starkregen mit Wasserproben kontrollieren, kündigt der Diplom-Ingenieur an.

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