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Neue Hilfe für traumatisierte Flüchtlingskinder

Rendsburg Neue Hilfe für traumatisierte Flüchtlingskinder

Drei Stiftungen helfen jetzt traumatisierten Flüchtlingskindern in Rendsburg. In Gruppen, Einzelgesprächen und in den Familien soll Mädchen und Jungen mit einem zwölfköpfigen Team Ängste verarbeiten. Die Diakonie Rendsburg-Eckernförde trägt das Projekt.

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Deutsch als Zweisprache: Rainhard Frank unterrichtet Flüchtlingskinder.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. „Diese Kinder sind in sich erschüttert“, sagt Diplom-Psychologin Anke Thomas. „Ihnen ist ein Stück Kindheit gestohlen worden.“ Die Kielerin weiß, wovon sie spricht. Sie betreut seit zwölf Jahren traumatisierte Flüchtlinge im Stadtteil Gaarden. Sie leitet das neue Rendsburger Helfer-Team, das nach den Sommerferien an den Schulen Altstadt und Rotenhof die Arbeit aufnimmt. 

Was Kriegslärm bei Flüchtlingskindern anrichtet, macht Rainer Nordmann deutlich: „Neulich ist ein Luftballon bei einer Geburtstagsfeier geplatzt. Sie glauben nicht, was da passiert ist. Ich sah in angstverzerrte Gesichter.“ Nordmann ist Chef der Volkshochschule, die Partnerin des Projekt ist. 

Auch die Schule Altstadt ist Partnerin. Flüchtlingskinder lernen dort Deutsch als Zweitsprache. Das neue Projekt knüpft an diesem Angebot an und ergänzt es. Das sei dringend nötig, sagt Kirsten Koppelmann, die Schulleiterin. „Wir haben keinen Kollegen, der eine Trauma-Ausbildung hat.“

„Wir können uns die Leiden dieser Kinder nicht vorstellen“, meint Ulrich Kaminski, Abteilungsleiter bei der Diakonie Rendsburg-Eckernförde. „Sie sollen sich angenommen fühlen. Sie benötigen Lebensfreude.“ 

Die Kinder sollen sich in insgesamt vier sechs- bis zehnköpfigen Gruppen zwei bis drei Mal pro Woche in den beiden Schulen treffen, kündigte Monika Wegener von der Diakonie am Donnerstag an. Zum Betreuungsteam gehören Psychologen, Erzieher, ehrenamtliche Mitarbeiter und ein Lehrer, der arabisch spricht. Neues Personal werde nicht eingestellt. Aber Diakonie-Mitarbeiter arbeiten zusätzliche Stunden. Die Fiehn-Stiftung, die Bürgerstiftung und die Stiftung der Sparkasse Mittelholstein finanzieren das mit insgesamt 35000 Euro für ein Jahr.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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