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T.H. Sievers verliert Stadtverkehr

Rendsburg T.H. Sievers verliert Stadtverkehr

Auf den Straßen der Stadt Rendsburg soll eine Ära zu Ende gehen. Das Unternehmen T.H. Sievers hat die Ausschreibung für die Buslinien verloren, erklärte der Kreis Rendsburg-Eckernförde am Freitag. Ab 2017 soll die bundesweit tätige Transdev fahren. Die T.H. Sievers-Busse fahren seit 1934.

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Noch fahren in Rendsburg die Stadtbusse von T.H. Sievers.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. Transdev werde ab 2017 für zehn Jahre im Raum Rendsburg auf den bekannten Stadtverkehr-Linien und zu den gewohnten Fahrplänen fahren, erklärte der Kreis. Der Gewinner der Ausschreibung gehört zu den ganz Großen der Branche. Die Unternehmensgruppe mit ihrer deutschen Zentrale in Berlin sieht sich als „führender privater Nahverkehrsanbieter im deutschen Bahn- und Busverkehr“. Zu ihr gehören Privatbahnen wie die Nord-Ostsee-Bahn oder die Nordwestbahn in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Transdev befördert jährlich über 250 Millionen Fahrgäste in Deutschland. Die Deutschland-Zentrale ist Tochter der französischen Transdev mit Sitz in Issy-les-Moulineaux bei Paris. Der internationale Konzern ist hervorgegangen aus der Fusion mit Veolia. Er sieht sich als weltweit führender privater Betreiber öffentlicher Verkehrsmittel.

Der Kreis Rendsburg-Eckernförde hatte erstmals den Stadtverkehr ausgeschrieben und damit Wettbewerb zugelassen. Es habe zehn Interessenten gegeben, vier hätten konkrete Angebote abgeben, sagte Martin Kruse, Chef des zuständigen Fachbereichs im Kreishaus. Transdev habe das wirtschaftlichste Angebot abgegeben. Am Ende sei es „auf jeden Fall günstiger als der bisherige Zuschuss“, den der Kreis mit zuletzt 1,4 Millionen Euro im Jahr an T.H. Sievers gezahlt habe. Das neue Unternehmen müsse mindestens 35 Busfahrer von T.H. Sievers übernehmen.

„Mit Bedauern“ nehme das Unternehmen die Entscheidung „zur Kenntnis“, teilt T.H. Sievers mit. Die Firma habe dem Kreis „wiederholt mitgeteilt“, dass sie ohne den Stadtverkehr „den Betrieb einstellen wird“. Nun prüfe das Unternehmen rechtliche Schritte gegen die Vergabe an Transdev. Die unterlegenen Bieter könnten noch Einspruch bei der Vergabekammer des Wirtschaftsministeriums einlegen, sagt der Kreis. Kruse: „Es ist das Recht eines jeden, die Vergabekammer zu bemühen.Wir gehen davon aus, dass das keine Aussicht auf Erfolg hat.“

Die Vergabe an Transdev sei Ergebnis eines festgelegten Verfahrens, in dem es weder einen Entscheidungsspielraum gegeben habe noch Nachverhandlungen möglich gewesen seien. Die Vergabestelle des Kreises habe zusammen mit der für die Entwicklung des Bus- und Bahnverkehrs zuständigen Nah.SH GmbH sowie einem Beratungsbüro die Angebote ausgewertet und eine Ranglisten erstellt. Die Entscheidung für Transdev sei dann zwangsläufig gewesen. Und eindeutig. Kruse: „Es gab erhebliche Unterschiede zu den einzelnen Angeboten.“ Angaben zu den Preisunterschieden wollte der Fachbereichsleiter nicht machen.

Die unterlegene T.H. Sievers GmbH hatte sich bis zuletzt massiv gegen das drohende Aus gewehrt - anfangs mit der Forderung nach direkter Vergabe an das Rendsburger Unternehmen, dann mit einer Streikdrohung, zuletzt mit der Ankündigung, 65 Mitarbeiter bis zum Jahresende entlassen zu wollen.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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