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Der Turbo-Kursus für Flüchtlinge

Nordkolleg in Rendsburg Der Turbo-Kursus für Flüchtlinge

Ein Turbo-Kursus für 22 Flüchtlinge hat im Nordkolleg in Rendsburg begonnen. In 40 Stunden pro Woche wollen Dozenten die syrische, kurdische und irakische Schüler fit für den deutschen Arbeitsmarkt machen. Ein Großteil der Flüchtlinge lebt im Nordkolleg, wo Küchenchef Peter Möller sie verpflegt.

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Merle Carstensen von der Rendsburger Volkshochschule unterrichtet die 22-köpfige Gruppe vormittags.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. Möller hat an diesem Dienstag eine Hähnchen-Pfanne mit Kartoffeln und Paprika in den Ofen geschoben. Auf einem blank polierten niedrigen Edelstahlschrank liegen in der Nordkolleg-Küche Kürbisse, Trauben und Kirschtomaten. Das gibt es an Marktständen. Möller braucht aber auch geschächtetes Rindfleisch. Das findet der Koch im Orientmarkt. „Vielleicht gibt es auch mal Lammfleisch.“ Einstweilen würzt der Koch mit mehr Curry und Chili. Dazu stehen Rosenwasser, Honig und brauner Zucker fürs Dessert bereit. „Nach und nach kristallisiert sich heraus, was die Bedürfnisse sind. Wir suchen das persönliche Gespräch.“

Nordkolleg-Chef Guido Froese sieht sich mit dem gemeinsam mit der Volkshochschule entwickelten Schnellkursus in einer Vorreiterrolle. „Ich würde sogar sagen, dass das bundesweit einmalig ist.“ Zum Konzept gehört auch, dass die Flüchtlinge auf dem Gelände des Nordkollegs am Gerhardsdamm wohnen können. 13 haben bisher das Angebot angenommen. „Wie viele von den anderen noch herziehen, wird sich in den nächsten Tagen klären.“ Ohne Hektik lernen die Flüchtlinge. Froese: „Mir ist eine wahnsinnige Dankbarkeit entgegen gekommen für die Möglichkeit, hier in Ruhe zu lernen.“

40 statt 20 Stunden pro Woche

In herkömmlichen Integrationskursen unterrichten Dozenten sieben bis acht Monaten lang Flüchtlinge in insgesamt 660 Schulstunden in Deutsch, Kultur, Politik und Leben im Alltag. Im Nordkolleg soll es jetzt doppelt so schnell gehen. 40 statt 20 Stunden in der Woche lernen die Syrer, Iraker und Kurden, damit sie dem Arbeitsmarkt schnell zur Verfügung stehen.

Froese: „Der Kurs ist für Akademiker und Schnelllerner.“ So sitzen neben dem Doktor der Chemie und dem Physiotherapeuten Bauingenieure im Klassenzimmer im sogenannten „Bernsteinhaus“. Der Lehrgang soll mit Prüfungen im Februar enden.

Zwei VHS-Dozentinnen unterrichten die Gruppe montags bis donnerstags von 8.15 Uhr bis 15.45 Uhr und am Freitagvormittag. Eine von ihnen ist Merle Carstensen. An diesem Vormittag geht es um Lieblingsfilme, Lieblingssport und Lieblingsessen. „Mein Lieblingssport ist Fußball“, bietet ein Syrer an. Er ist unsicher. Vielleicht heiße es ja auch: „Fußball ist mein Lieblingssport.“ Merle Carstensen lobt: „Beides ist perfekt.“

Die Dozentin sagt dieser Zeitung: „Sie können besser Deutsch als ich dachte. Sie sind sehr motiviert und lernwillig. Sie stellen sehr interessante Fragen.“ Der Kursus sei ein Versuch, erklärt Nordkolleg-Geschäftsführer Froese. „Wir wollen Erfahrungen sammeln und dann entscheiden, ob wir weitere Kurse anbieten.“

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Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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