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Tunnelbaustelle drückt auf die Stimmung

Unternehmen im Raum Rendsburg Tunnelbaustelle drückt auf die Stimmung

Die Dauerbaustelle im Rendsburger Kanaltunnel sorgt für eine sich verschlechternde Stimmung bei den Unternehmen. Beim Unternehmensverband Mittelholstein wächst die Sorge, dass die wirtschaftliche Entwicklung im Raum Rendsburg anderen Regionen hinterherhinkt und Firmen abwandern.

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Michael Thomas Fröhlich ist der Geschäftsführer des Unternehmensverbands Mittelholstein.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. „Wir fallen gegenüber anderen Regionen ab“, sagte Michael Thomas Fröhlich, der Geschäftsführer des Unternehmensverbands Mittelholstein, am Freitag in Rendsburg bei der Vorstellung der jüngsten Konjunkturumfrage. So sei die Investitionsbereitschaft in Maschinen und Gebäude bei den Unternehmen im Raum Neumünster wesentlich höher als in Rendsburg, erklärte Jens van der Walle, der Vorsitzende des Unternehmensverbands. Das liege eindeutig „an der Stimmung“ in Rendsburg. Und die werde geprägt vom Ärger über die Verkehrssituation.

Große Firmen erweitern ihre Unternehmen außerhalb der Region, meinte Fröhlich. Es gebe „keine erkennbaren Neuansiedlungen“. Der Geschäftsführer stellte die rhetorische Frage: „Wer investiert in einer solchen Situation?“ Die Stadt Rendsburg forderte er auf, freie Gewerbeflächen wie in der Büsumer Straße, zu symbolischen Ein-Euro-Preisen pro Quadratmeter anzubieten, um Investitionen und Arbeitsplätze anzulocken.

Gleichzeitig lockert der Unternehmensverband seinen Druck auf die für die Rendsburger Tunnelbaustelle verantwortliche Kanalverwaltung. Noch vor wenigen Tagen hatte der Verband ein eng eingrenzbares Zeitfenster für die Öffnung der seit vier Jahren geschlossenen Oströhre gefordert. Inzwischen gab es einen Runden Tisch mit Vertretern der Behörde. Nun übernimmt der Unternehmensverband deren sein Monaten gegebenes Versprechen, die Röhre in diesem Sommer zu öffnen und interpretiert das großzügig. Michael Thomas Fröhlich: „Sommer heißt nicht Herbst, und der Herbst beginnt bei uns im Oktober.“

Gleichzeitig blickten die bei der Konjunkturumfrage des Verbands erfassten Unternehmen bisher auf ein positiv gelaufenes Jahr 2016 zurück - „trotz der Rahmenbedingungen“.  40 Prozent der Firmen konnten den Angaben zufolge ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigern. Für den Rest des Jahres erwarteten die Betriebe „gleichbleibend gute oder steigende Auftragszahlen“. Das Konjunkturklima sei „noch freundlich“ aber es seien „Warnzeichen bei der Investitionsbereitschaft“ erkennbar.

Aber nur 17 Prozent der Betriebe wollten ihre Investitionsausgaben erhöhen, 20 Prozent wollten es reduzieren. Das sei „ein bedenkliches Zeichen für die weitere Entwicklung“, sagte Jens van der Walle. Besonders in der Bauwirtschaft bewertete nicht einmal jeder dritte Betrieb seine Lage so gut wie im Vorjahr. Van der Walle: „Erschreckende 42 Prozent der Unternehmen vermeldeten Umsatzrückgänge.“

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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