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Uwe Jensen hilft Flüchtlingen

Rendsburg Uwe Jensen hilft Flüchtlingen

Für 100 Flüchtlinge muss Rendsburg in diesem Jahr Wohnungen suchen. Die Stadt will die Menschen verteilen. Noch bereite die Wohnungssuche keine Probleme.

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 Uwe Jensen sucht per Telefon Wohnungen für Flüchtlinge.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg.   Uwe Jensen ist im Rathaus für die Wohnungssuche verantwortlich. Mal ruft er bei Wohnungsgesellschaften an, mal melden sich diese bei ihm „Ich sehe mir jeden zweiten Tag ein bis zwei Wohnungen an“, sagt der Beamte. Nur einmal habe er bisher ein Wohnung abgelehnt. „Relativ gut“ sei ansonsten der Zustand. „Wir haben keine Luxuswohnungen. Es ist guter Standard.“

In von Uwe Jensen ausgesuchten und von der Stadt angemieteten Wohnungen leben derzeit elf Flüchtlinge. 25 weitere haben auf eigene Faust ein Zuhause gefunden. Sieben oder acht weitere Verträge wolle er diese Woche abschließen. Weitere zehn seien „in der Pipeline“. Zwei bis vier Menschen wolle die Stadt pro Wohnung unterbringen, sagt die Rathausbeamtin Brigitte Fugmann.

Nach der Wohnungssuche kommt für Jensen die Betreuung. Die Flüchtlinge fragen, wann sie Deutsch lernen und wo sie einkaufen können. Jensen spricht Englisch, für Arabisch hat er einen Dolmetscher. Und für den Notfall das Ohne-Wörter-Buch mit Zeigebildern für Weltenbummler in der Tasche. „Das habe ich privat gekauft. Ich fand das eine gute Idee.“

In vergangenen Jahren musste Rendsburg keine Wohnungen zur Verfügung stellen. Denn in der Stadt wohnten schon genug Flüchtlinge - in der Gemeinschaftsunterkunft des Kreises in der Kaiserstraße mit 66 Plätzen, am Dienstag wohnten den Angaben zufolge 43 Menschen in den beiden Gebäuden.

Wegen der stark wachsenden Zahl von Flüchtlingen muss die Stadt dieses Jahr Wohnungen für 100 Menschen zur Verfügung stellen. Dabei wird es womöglich nicht bleiben.

Denn künftig sollen Flüchtlinge von zentralen Landes-Unterkünften des Landes direkt in Gemeinden und Städte reisen. Zwischenstationen wie die Kreis-Sammelunterkunft soll es spätestens Ende 2017 nach jetzigen Plänen des Landes nicht mehr geben, sagt Barbara Rennekamp, zuständige Fachdienstleiterin beim Kreis. Die 66 Plätze in der Kaiserstraße würden Rendsburg dann nicht mehr gutgeschrieben. Die Stadt müsste weitere Wohnungen suchen.

Der Kreis hatte Rendsburg Hilfe beim Kauf der ehemaligen Bundeswehr-Standortverwaltung in der Kaiserstraße als Wohnraum für Flüchtlinge angeboten. „Wir werden das nicht annehmen“, sagt Bürgermeister Pierre Gilgenast. Rendsburg wolle „kein neues Ghetto“. Gilgenast: „Das Ziel ist: Flüchtlinge und Rendsburger in unmittelbarer Nachbarschaft, Tür an Tür.“

Bis Mai hatte der Kreis mit dem Bund um den Kauf der Standortverwaltung verhandelt und Preisnachlässe erreicht. Er wollte dort 90 Flüchtlinge unterbringen. Seitdem das Land keine Gemeinschaftsunterkünfte auf Kreisebene mehr zulassen will, braucht er das Haus nicht mehr.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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