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Premiere im Kreishafen

Rendsburg Premiere im Kreishafen

Großinspektion am ältesten Hafenkran: Zuletzt gab es das vor 20 Jahren im Kreishafen am Nord-Ostsee-Kanal in Rendsburg. Erstmals überhaupt zerlegt diesmal eine Spezialfirma den Ausleger des 40 Jahre alten Krans. Die Vorbereitungen haben begonnen.

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Schweißer Raymond Kuhlmann bereitet in 23 Metern Höhe im Kreishafen in Rendsburg den Abbau eines 40 Jahre alten Kranauslegers vor.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. 23 Meter sind Leif Karls und Raymond Kuhlmann von einer Spezialfirma aus Brunsbüttel mit dem Hubsteiger neben dem ältesten blau-roten Kran am Kai des Kreishafens aufgestiegen. Unbeeindruckt vom Panoramablick auf den Schwerlasthafen Rendsburg Port am anderen Ufer, Eisenbahnhochbrücke und Stadt erfüllen die beiden Männer an diesem Mittwoch ihre Mission. Sie schweißen Ösen an den zweiteilige Ausleger des 156 Tonnen schweren Krans und sein elfeinhalb Tonnen schweres Gegengewicht, damit Kräne an diesem Donnerstag die Teile auf den Boden heben können.

„Wir machen wie beim Auto eine große Inspektion“, sagt Kai Lass, Prokurist bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises, die den Hafen betreibt. Große Inspektion heißt: Bolzen ziehen, prüfen und womöglich erneuern, Stahlseile und elektrische Kabel auf Schäden untersuchen. Und vor allem: den roten und blauen Lack bis auf die Grundierung abschleifen und erneuern.

Zuletzt ließ der Kreishafen den Kran vor 20 Jahren von Grund auf sanieren und neu lackieren. Seitdem haben salzhaltige Luft über dem Brackwasser des Kanals, aggressive Stäube von Dünger, Splitt und Kalk an der Farbe genagt. Rost blüht auf, Lack blättert ab.

Zwei weitere, baugleiche, alte Kräne stehen im Kreishafen. Die Firma Kocks in Bremen lieferte sie 1978 und 1981. Ihre Großsanierung steht in den kommenden beiden Jahren bevor, sagt Lass.

„Wenn Sie die Krane regelmäßig warten, bekommen Sie sie nicht kaputt“: Dieter Daxenberger, Betriebsleiter im Kreishafen, schwärmt von der alten Technik der Maschinen, die 18 Tonnen heben können. „Dieser Kran arbeitet rein elektrisch.“ Kein Chip, keine Elektronik, nur noch Mechanik. „Uns liegt daran, die Krane so lange wie möglich zu halten.“

Lass ergänzt: „Wir wollen bei der Sanierung jetzt möglichst viel selbst machen.“ In der Hafen-Werkstatt mit zwei Drehbänken warten Schlosser, Kfz-Mechaniker, Elektriker und Landmaschinenschlosser auf die Teile des Auslegers. Die acht Männer beherrschen die alte Technik. Und sie haben ein großes Lager: Widerstände, Motoren, Schrauben, Bolzen, Muttern, Lampen, Kupferdrähte liegen in Regalen. Stahlseile, Kabel und Schläuche sind auf dem Boden aufgerollt. „Das Schönste ist, dass wir drei baugleiche Krane haben“, sagt Prokurist Lass. So passen alle Teile in jeden der drei alten Kräne.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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