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Sanktionen treffen Kreishafen

Rendsburg Sanktionen treffen Kreishafen

Die Wirtschaftssanktionen gegen Russland sind bis in den Kreishafen in Rendsburg spürbar. 2015 ist der Umschlag stark gesunken. Besonders sank der Import von Futtermitteln und Dünger für die Landwirtschaft. Diese müsse sparen, weil sie weder Milch noch Fleisch nach Russland liefern kann und die Preise gefallen sind.

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 Knapp 450000 Tonnen hat der Kreishafen im vergangenen Jahr umgeschlagen.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Pascal Ledune, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG), sagte am Donnerstag: „Es ist erstaunlich, dass solche geopolitische Lagen bei uns spürbar sind.“ Sein Prokurist Kai Lass ergänzte: „Das ist ein Domino-Effekt. Und der trifft uns dann auch.“ Ohne das Russland-Embargo „hätten wir sicher bessere Zahlen gehabt“, sagte Hafenchef Dieter Daxenberger.

Knapp 450.000 Tonnen hat der Hafen nach Angaben der Wirtschaftsförderungsgesellschaft im vergangenen Jahr umgeschlagen, das sind rund 50.000 Tonnen weniger als 2014. Besonders stark brach der Futtermittelimport von rund 245.000 auf 205.000 Tonnen ein. Das ist ein Rückgang von mehr als 15 Prozent. Futtermittel sind das Hauptumschlagsgut. Der Düngerimport ging von 81.000 auf 71.000 Tonnen zurück.

Komplett eingebrochen ist der Getreideexport. Das hat aber andere Gründe. Im August war die Verladeanlage der Firma Ceravis (ehemals Getreide AG) eingestürzt und ist nicht mehr in Betrieb. Seitdem gibt es im Kreishafen praktisch keinen Getreideexport mehr, sagt Kai Lass. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 9000 Tonnen umgeschlagen, 2014 waren es noch 25.000 Tonnen.

Zu den großen Kunden des Kreishafens zählt neben dem Land- und Mineralölhandel das Bögl-Betonwerk am Rand des auf der anderen Kanal-Seite liegenden Schwerlasthafens. Für dieses Unternehmen hat der Hafen 2015 rund 75.000 Tonnen Splitt entladen. Lkw fahren das Material vom Kreishafen durch den Kanaltunnel ans Südufer des Nord-Ostsee-Kanals. Im Vorjahr waren es noch 40.000 Tonnen, weil Bögl erst Mitte 2014 die Produktion aufnahm.

WFG-Geschäftsfüher Ledune rechnet für 2015 mit einem Verlust von 200.000 Euro gegenüber 180.000 Euro im Vorjahr. Im laufenden Jahr erwartet die Wirtschaftsförderungsgesellschaft einen Umschlag von 450.000 bis 500.000 Tonnen. Das sei aber spekulativ, sagt Prokurist Kai Lass.

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