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Neuer Träger für Neue Heimat?

Rendsburg Neuer Träger für Neue Heimat?

Was wird aus der städtischen Seniorenwohnanlage Neue Heimat? Seit Jahren schreibt sie rote Zahlen. Für 2016 wird ein Defizit von 722000 Euro erwartet. Nun hat die Stadt ein Interessenbekundungsverfahren auf den Weg gebracht, in dem es auch um den Verkauf des Hauses in der Schleswiger Chaussee geht.

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Die Seniorenwohnanlage Neue Heimat sorgt in Rendsburg seit Jahren für ein großes Loch in der Stadtkasse.

Quelle: Merle Schaack

Rendsburg. Am Dienstagabend informierte Bürgermeister Pierre Gilgenast den Wirtschafts- und Finanzausschuss der Stadt über das Verfahren, mit dem die PricewaterhouseCoopers Aktien- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) beauftragt ist. Demnach sollen ab Freitag EU-weit Interessenten ihre Vorschläge für eine Neustrukturierung der Neuen Heimat einreichen können. Bis Ende des Jahres will die Ratsversammlung dann entscheiden, wie es weitergeht. „Alle Lösungsvarianten werden geprüft“, sagte Gilgenast. „Auch ein privater Träger ist nicht ausgeschlossen.“ Ebenso möglich seien eine Übernahme mit der Stadt im Beirat oder die Gründung einer GmbH mit einem Partner.

 Das Haus, das aktuell 100 Plätze umfasst, rutscht seit 2012 immer weiter ins Minus. Das liegt auch daran, dass die Anlage veraltet ist und über weniger Einzelzimmer verfügt, als nachgefragt werden. Neben baulichen Neuerungen ist laut einer vorläufigen Entwurfsplanung der Stadt eine Erhöhung der Plätze auf 140 nötig, um die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen.

 Der Landesrechnungshof bezeichnet die wirtschaftliche Situation in seiner Prüfungsmitteilung aus dem März als angespannt. Der Ertrag müsse sich deutlich erhöhen. „Eine dauerhafte Unterstützung aus Steuermitteln des städtischen Haushaltes kann dieser nicht leisten und ist zudem wettbewerbsverzerrend“, so steht es in der Mitteilung, in der der Landesrechnungshof eine Privatisierung oder Übertragung auf einen gemeinnützigen Träger empfiehlt.

 Den Verkauf des Hauses fürchten die rund 100 Mitarbeiter. Gut 20 von ihnen kamen deshalb am Dienstag in den Finanzausschuss. „Wir wollen dafür kämpfen, dass die Neue Heimat eine städtische Einrichtung bleibt“, sagt Britta Lubinski, Mitglied des Personalrates. „Unsere Angst ist, dass andere Träger versuchen würden, Geld herauszuschlagen.“ Damit könnten der Verlust von Arbeitsplätzen und schlechtere Arbeitsbedingungen einhergehen. „Wir sind uns bewusst, dass eine wirtschaftliche Lösung gefunden werden muss“, so Lubinski. „Aber wir möchten, dass die Politik unser eigenes Konzept nicht aus den Augen verliert.“

 PwC soll die Angebote anhand von Vorgaben der Stadt bewerten und eine Vorzugsvariante als Grundlage für die Entscheidung der Ratsversammlung benennen. „Letztlich ist die Ratsversammlung aber frei in ihrer Entscheidung“, sagt Bürgermeister Gilgenast. „Es gilt, alle Möglichkeiten zu sondieren.“

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