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Hoffnung auf freie Fahrt

Rendsburger Kanaltunnel Hoffnung auf freie Fahrt

Wenn alles glatt geht, kann die Oströhre des Rendsburger Kanaltunnels Ende September nach über vier Jahren frei gegeben werden. Ob der Verkehr dann vierspurig rollt, ist offen. Technische Probleme könnten einen gleichzeitigen Betrieb in der sanierten Oströhre und der alten Weströhre verhindern.

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Seit mehr als vier Jahren ist die Oströhre des Rendsburger Kanaltunnels gesperrt. Seitdem rollt der gesamte Verkehr durch die alte Weströhre.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. Zur letzten großen Prüfung untersuchen Ingenieure des Tüv am Montag, Dienstag und Mittwoch kommender Woche die neue, zentrale Technik in der sanierten Oströhre, sagt Sönke Meesenburg, Chef der für den Tunnel zuständigen Planungsgruppe beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA). Dabei sollen die Experten unter anderem prüfen, ob die von Rechnern gesteuerten Anlagen für Lüftung, Verkehrszeichen, Licht und Rauchmeldern funktionieren.

Meesenburg: „Das ist für uns der letzte Meilenstein vor der Freigabe der Oströhre. Wir erwarten einen positiven Ausgang der Prüfung. Wir sind auf der Zielgeraden.“ Der Tüv sei mit den Anlagen vertraut. Seit Monaten begleiten dessen Ingenieure die Arbeiten im Tunnel, erklärte der Leitende Baudirektor.

Nach der Prüfung dauere es, bis die Röhre endgültig frei gegeben wird. Zunächst müsse der Tüv offiziell sein Siegel geben. „Ich rechne damit, dass dieses Signal Ende nächster Woche kommt.“ Danach beginne der Ab- und Umbau der Baustelle mit der provisorischen Metalltreppe und den Absperrungen. Schließlich müsse die Kreisverkehrsbehörde einer kurzzeitigen Vollsperrung des Tunnels zustimmen. Diese sei nötig, um den Verkehr in die Oströhre zu leiten. Er rechne damit, dass der Verkehr erstmals Ende der letzten Septemberwoche durch die sanierte Röhre rollt.

Ursprünglich sollte der Tüv schon Ende Juli zur Schlussabnahme kommen. Prüfer und WSA hätten den Termin aber verschoben, weil die für den Einbau der Steuertechnik verantwortliche Firma noch keine vollständigen Dokumente über die Anlage habe vorlegen können, weiterhin habe es Fehler in der Technik gegeben. Das passierte nicht das erste Mal. Ähnliche Fehler hatte Hans-Heinrich Witte, der Präsident der Wasserstraßen-Generaldirektion, im Februar scharf kritisiert. Witte damals: „Es ist furchtbar“, das Vertrauen in die Firmen sei „nachhaltig gestört“.

Wann die Arbeiten in der alten Weströhre beginnen, konnte Meesenburg am Mittwoch nicht sagen. Die Verhandlungen über einen neuen Vertrag inklusive Zeitplan liefen noch. Wie lange sie sich noch hinziehen, sei ungewiss.

Das WSA strebe an, dass der Verkehr bei einer Baupause nach der Freigabe der Oströhre vierspurig durch den Tunnel fließt, sagte Meesenburg. Sicher sei das nicht. „Es sind einige Dinge zu prüfen.“ So könnte es nach seinen Worten Probleme geben, wenn alte Steuertechnik aus der Weströhre mit neuen Rechnerprogrammen aus der Oströhre zusammenarbeiten muss. Bei einem Unfall mit anschließender Vollsperrung einer Röhre könnte es dann zu stundenlangen Verkehrssperrung in eine Richtung kommen.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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