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Tunnel schlägt Fähre

Rendsburg Tunnel schlägt Fähre

Was geht schneller? Im Selbstversuch mit dem Fahrrad schlug der Fußgängertunnel die Fähre. Von der Alten Kieler Landstraße in Rendsburg zum  Schwerlasthafen in Osterrönfeld ging es durch den Tunnel fast dreimal so schnell wie mit der seit Dienstag pendelnden „Falckenstein“ zurück.

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Autor Hans-Jürgen Jensen spricht mit Decksmann Oliver Tatzki.

Quelle: Wolfgang Mahnkopf

Rendsburg. Mit der Stellungnahme eines Verkehrsplaners in der Hand spürte Osterrönfeld Rückenwind für seine Forderung nach einer ständigen Ersatzfähre nach der Havarie der Schwebefähre. Das Papier ging von einem deutlichen Zeitverlust bei der Fahrt durch den Tunnel aus. Der Realtest ergibt ein anderes Bild.

Start ist am Donnerstagvormittag gegen 9.30 Uhr die Alte Kieler Landstraße/Ecke Wehrautal. Unter schattigen Kastanien geht es die Fahrradstraße Richtung Fußgängertunnel. Knapp drei Minuten sind vergangen. Die Stahltür zum Lift in den Tunnel öffnet sich nach einer kurzen Pause, durch die kühle Röhre geht es nach Süden. Sechseinhalb Minuten nach dem Start am Wehrautal öffnet sich die Tür des Fahrstuhls am Südufer. Ziel ist nun der Kreisel am Schwerlasthafen. Nacheinander fliegen das Senvion-Gebäude, Norla-Messegelände, Bauernverband, Landwirtschaftskammer und Deula vorbei. Am Kreisel hält die Stoppuhr nach 9:35 Minuten. Kurze Wartepausen an den Liften inklusive.

Rückweg: Wer zurzeit mit dem Rad oder zu Fuß über den Kanal nach Rendsburg will, kommt in der Regel an dem Kreisel vorbei. Von hier aus geht runter zum Kanalufer zur Anlegestelle der Ersatzfähre, vorbei am Schwerlasthafen. Hinter dem Zaun liegen gestapelt lange Flügel für Windkraftanlagen. Die beiden mächtigen Kräne drehen sich über dem Laderaum zweier Binnenschiffe. Bis zum Anleger der „Falckenstein“ vergehen knapp drei Minuten. Pech: Der Schlepper liegt für die nächsten viereinhalb Minuten drüben am Nordufer.

Endlich kommt er ans Südufer. Zwei Taue schlingt Decksmann Oliver Tatzki dort um die Poller am Anleger unterhalb des Kanal-Cafés und schiebt die kurze Gangway ans Ufer. Ein Radler fährt von der Fähre, drei rollen auf die „Falckenstein“. Viel zu tun hat Tatzki nicht. „Es hält sich in Grenzen.“ Nach einer Zigarettenpause und ein paarmal tief durchatmen, macht er den Schlepper klar zum Ablegen. Das Warten hat nichts gebracht. Weitere Passagiere kamen nicht. Exakt 24:05 Minuten nach dem Start am Kreisel geht es am Rendsburger Ufer über die Gangway aufs Pflaster am Westrand des Kreishafens. Gut drei Minuten sind es noch zum Wehrautal.

Fazit: Selbst ohne Wartezeit schlägt die Fähre den Tunnel nicht. Die Kanalüberfahrt mit Blick auf die arbeitenden Kräne im Kreishafen und Schwerlasthafen, auf die tuckernden Jachten und die Eisenbahnhochbrücke aber ist interessanter. Da schlägt die „Falckenstein“ den Tunnel um Längen.

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Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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