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Mindestens zwei Jahre Bauzeit

Neue Rendsburger Schwebefähre Mindestens zwei Jahre Bauzeit

Schock für die Region Rendsburg: Der Neubau der Schwebefähre dauert mindestens zwei Jahre, sagt das Bundesverkehrsministerium. Bernd Sienknecht, Bürgermeister in Osterrönfeld, ist entsetzt: „Es ist unglaublich.“ Hauptsächlich Schulkinder aus seiner Gemeinde nutzten die Verbindung nach Rendsburg.

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Nur noch ein Haufen Schrott: Die Rendsburger Schwebefähre.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. Die lange Dauer begründete das Bundesverkehrsministerium am Donnerstag mit dem Umfang der Arbeiten. Der Denkmalschutz sei zu berücksichtigen, und der Einbau einer modernen Steuerungs- und Sicherheitstechnik sei nötig. „Eine Inbetriebnahme der neuen Schwebefähre ist damit frühestens in zwei Jahren möglich“, erklärte Enak Ferleman, Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium. Der CDU-Politiker nennt damit erstmals einen konkreten Termin. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Kiel Holtenau (WSA) habe inzwischen mit den Planungen begonnen.

Seit ihrer schweren Kollision mit einem auf dem Nord-Ostsee-Kanal fahrenden Frachter Anfang Januar ist die über 100 Jahre alte Schwebefähre außer Betrieb. Das WSA ließ das Wrack im März von der Eisenbahnhochbrücke abhängen. Seitdem liegt die Fähre auf dem Rendsburger Betriebshof der Behörde. Seit wenigen Tagen steht endgültig fest, dass das Verkehrsmittel nur noch ein Haufen Schrott ist. 

Er nehme die lange Neubauzeit „zur Kenntnis“, sagte Osterrönfelds Bürgermeister Bernd Sienknecht gestern. Er werde das nicht auf sich beruhen lassen. „Wir akzeptieren das nicht. Wir werden nachhaken.“ Eine Neubauzeit von mindestens zwei Jahren sei„eine Lachnummer“. Es könne kein Problem sein, die alten Baupläne der Fähre als Grundlage zu nehmen. „Dann weiß ich doch, wie viel Stahl nötig ist. Und dann geht es voran.“ Sienknecht kündigte öffentlichen und politischen Druck an. „Wir haben gezeigt, dass wir etwas unternehmen können.“ Der Bürgermeister spielt auf die Menschenkette Anfang Juni an.

Sienknecht sieht sich in Nachhinein auf der richtigen Seite mit seiner Forderung nach einer ständigen Ersatzfähre. Dem hat das Verkehrsministerium inzwischen nachgegeben. Möglicher Starttermin für den Kieler Mehrzweckschlepper „Falckenstein“ oder „Kitzeberg“ ist der 11. Juli. Osterrönfeld fordert einen Einsatz an Schultagen in der Zeit von 6.45 Uhr bis 18 Uhr. Das Bundesverkehrsministerium hat bisher täglich acht Stunden angeboten. Die konkreten Zeiten stimme die Wasserstraßen- und Schifffahrtsbehörde mit den Kommunen ab.

Landrat Rolf-Oliver Schwemer äußerte sich gestern moderat: Zwei Jahre „erscheinen mir sehr lang“. Es müsse „so schnell wie möglich gehen“, meinte er. Ambitionierte Zeitpläne, die wie bei der Sanierung des Rendsburger Tunnels immer wieder umgestoßen würden, nutzten allerdings auch nichts. Entscheidend sei, dass der Bund die Fähre neu bauen lasse.

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Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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