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Mindestens zwei Jahre Bauzeit Schwebefähre Rendsburg ist irreparabel

Nach Unfall Schwebefähre Rendsburg ist irreparabel

Im Januar war die Schwebefähre über dem Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg mit einem Frachter zusammengestoßen. Jetzt steht fest: Sie kann nicht repariert werden. Zu diesem Ergebnis kam die Befundung der Fähre in der Saatsee-Werft. Ein Ersatz ist in Planung.

Die Schwebefähre in Rendsburg wird nicht repariert, sondern durch einen Neubau ersetzt.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. Am 8. Januar war die Schwebefähre unter der Rendsburger Eisenbahnhochbrücke bei einer Kollision mit einem Frachter schwer beschädigt worden. Das für den Betrieb zuständige Bundesverkehrsministerium hat jetzt nach Auswertung aller Fakten entschieden, die Fähre nicht reparieren zu lassen. Sie wird durch einen  Neubau ersetzt. Das teilte der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Enak Ferlemann, am Dienstag in Berlin mit.

„Die Rendsburger Schwebefähre ist für Radfahrer und Fußgänger eine leistungsstarke Verbindung über den Nord-Ostsee-Kanal. Sie ist außerdem weltweit eine echte Rarität. Wir wissen um die besondere Bedeutung der Fähre für die Region Rendsburg und werden dies beim Neubau berücksichtigen. Um die insgesamt angespannte Verkehrssituation während der Bauzeit rund um Rendsburg zu entlasten, werden wir zusätzlich zum Fußgängertunnel eine schwimmende Ersatzfähre für Radfahrer und Fußgänger einrichten“, sicherte Ferlemann zu.

Fähre wird als Ersatz eingesetzt

Es ist geplant, die Fähre von Montag bis Freitag außerhalb der Ferienzeiten jeweils 8 Stunden pro Tag zu betreiben. Die konkreten Betriebszeiten werden derzeit mit den Verantwortlichen der Region abgestimmt. Der Ersatzverkehr für die Schwebefähre soll frühestens am 11. Juli aufgenommen werden. Dafür hat die Schifffahrtsverwaltung nach KN-Informationen bei der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel das Kombischiff „Falckenstein“ gechartert.  

Der Fährverkehr ist zunächst bis zum Beginn der Sommerferien am 22. Juli begrenzt. Nach den Sommerferien soll er dann wieder Anfang September fortgesetzt werden. Die „Falckenstein“ kann 180 Passagiere befördern und hat große Kapazitäten für den Fahrradtransport. Das 1990 in Hamburg gebaute Schiff ist eines von zwei Mehrzweckfahrzeugen der Kieler Reederei. Diese Kombischiffe können sowohl als Schlepper wie auch als Fähren eingesetzt werden.

Die „Falckenstein“ hat auf dem Kanal schon in verschiedenen Rollen ausgeholfen. So war das 26,2 Meter lange Spezialschiff bereits als Eisbrecher oder Lotsenversetzboot während der Eiswinter im Einsatz. Durch die beiden Schottelantriebe ist die „Falckenstein“ äußerst wendig.

Neubau der Schwebefähre Rendsburg geplant

Die Schäden an der Schwebefähre waren am  8. Januar 2016 entstanden, als die Fähre mit voller Wucht gegen das Deckshaus des Frachters „Evert Prahm“ prallte. Der Frachter konnte nach einer vierwöchigen Reparatur in Dänemark inzwischen wieder in Fahrt gebracht werden. Die Schäden an der Fähre sind schwerwiegender und betreffen alle Bauteile der teilweise genieteten und über 100 Jahre alten Konstruktion. Auch die Steuerungstechnik für die Antriebe sind betroffen, hieß es in der Schadensbewertung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Kiel-Holtenau und einem externen Gutachten.

Hier sehen Sie Bilder von dem Unfall an der Schwebefähre in Rendsburg.

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Das WSA Kiel-Holtenau hat mit den Planungen für den Ersatz der Schwebefähre bereits begonnen. Dabei werden sowohl alle Belange des Denkmalschutzes als auch neue Anforderungen an eine moderne Steuerungs- und Sicherheitstechnik berücksichtigt. Die Bauzeit soll genutzt werden, um auch die Fahrschienen an der Eisenbahnhochbrücke zu erneuern. Der Auftrag zum Bau wird im Rahmen einer Ausschreibung vergeben.

Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: Julian Skiba (rechts) und Rolf Ehlers vom WSA entfernen eine Leitplanke am neuen Anleger.

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt hat am Mittwoch den Anleger für die Ersatzfähre für die beschädigte Schwebefähre am Nord-Ostsee-Kanal eingerichtet. Die erste Fahrt ist am 7. Juni. Osterrönfelder wollen am Freitag mit einer Menschenkette die dauerhafte Fährverbindung fordern.

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