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Haltestelle vor der Tür nützt nichts

Rodenbek Haltestelle vor der Tür nützt nichts

Die Bushaltestelle vor der Haustür: Besser hätte es für Familie Brutscher-Selke eigentlich nicht laufen können, nachdem sie Ende 2015 nach Rodenbek gezogen waren. Doch die Haltestelle wird morgens von der Autokraft gar nicht angefahren – und so steht die Familie vor einem Problem.

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Da kann Rosaly lange warten: An der Bushaltestelle gegenüber ihrem Zuhause hält morgens kein Bus.

Quelle: Sorka Eixmann

Rodenbek. „Die Haltestelle, die angefahren wird, liegt rund 1,2 Kilometer entfernt im Ort, nur der Weg dorthin führt am unbeleuchteten Annenhofer Weg lang, der auch keinen Gehweg hat. Da kann ich eine Neunjährige doch nicht allein laufen lassen“, ist Mutter Christina Brutscher über den Zustand verärgert.

 Tochter Rosaly besucht die vierte Klasse der Grundschule in Mielkendorf und würde gern allein den Schulweg meistern. „Das ist auch wichtig für die Selbstständigkeit der Kinder“, betont Brutscher. Aber das Risiko, besonders in der Dunkelheit am Morgen, ist den Eltern zu groß. „Dort gibt es keine Geschwindigkeitsbegrenzung.“ Daher hat Vater Gisbert Selke bereits vor mehr als einem halben Jahr erste Versuche initiiert, um mit der Autokraft ins Gespräch zu kommen. „Wir verstehen nicht, warum der Bus hier nicht hält. Es ist doch nur ein kleiner Umweg und eine Haltestelle ist doch gekennzeichnet“, so Selke. „Doch bislang hat die Autokraft keine Aussage uns gegenüber gemacht, auch vom Kreis Rendsburg-Eckernförde gibt es wenig Unterstützung. Ob E-Mail oder Anrufe, meistens haben wir gar keine Antwort bekommen“, erklären die Eltern unisono.

 „Meist wird gesagt: Dann muss sie eben laufen.“ Doch das wollen die Eltern nicht hinnehmen, „Wir finden schon, dass Kreis oder Autokraft doch auch verpflichtet sind, unsere Kinder in die Schulen zu bringen. Noch kann ich das ja morgens machen, aber was ist denn, wenn ich mal krank bin?“, fragt Brutscher.

 So wollen das jedoch weder der Kreis Rendsburg-Eckernförde noch die Autokraft stehen lassen. „Wir haben einen kompletten Vorgang mit dem gesamten E-Mail-Verkehr vorliegen“, erklärt Fachbereichsleiter Martin Kruse vom Kreis. „Die Schülerbeförderungssatzung ist Grundlage für die Beförderung und sagt ganz deutlich, dass kein Anspruch auf Beförderung besteht, wenn der Weg zur Haltestelle unter einer Entfernung von zwei Kilometern liegt. Das ist nun mal Gesetz“, erklärt Kruse. Rosaly ist auch kein Einzelfall: „Betroffen sind kreisweit 822 Schüler, die keinen Anspruch auf Beförderung haben.“

 Auch bei der Autokraft hat man sich eingehend mit der Problematik beschäftigt wie Pressesprecherin Sabine Brunkhorst versichert. „Herr Selke ist seit April mit uns in Kontakt, die letzte E-Mail wurde von uns im September versandt.“ Seitdem habe es allerdings auch nichts Neues gegeben, denn: „Wir haben den Eltern ausführlich erklärt, dass die Linie 521 Schüler befördert und dafür im Ort hält. Die Haltestelle vor dem Gut ist für die Linie 520 gedacht, das ist kein Schülerverkehr.“ Auch über die Möglichkeit einer Stichfahrt zum Gut habe man nachgedacht, aber: „Dann müsste es einen Wendeplatz geben, und den gibt es nicht . Das bedeutet, die Fahrzeit würde sich verlängern, und das wäre für den Schulbeginn der anderen Schüler nicht zu schaffen“, erklärt Brunkhorst. „Leider können wir keine andere Lösung anbieten“, fügt die Pressesprecherin noch hinzu.

 Und so wird es wohl dabei bleiben, dass die Eltern ihre Tochter entweder nach Mielkendorf in die Grundschule oder zur Haltestelle nach Rodenbek bringen müssen – ein Anspruch auf eine Busfahrt besteht nicht.

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Ein Artikel von
Sorka Susann Eixmann
Holsteiner Zeitung

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