20 ° / 14 ° stark bewölkt

Navigation:
Seit 20 Jahren auf Pflege-Tour im Dorf

Schierensee Seit 20 Jahren auf Pflege-Tour im Dorf

Zwei Männer, eine Schubkarre, eine Leiter, ein Ziel: Rolf Burau und Herbert Jacobs sind das Team aus Schierensee. Seit 20 Jahren gehen die heute 78-Jährigen auf Dorf-Pflege-Tour. Nistkästen und Wegränder, Wanderwege und Alleen nehmen sich die Ehrenamtler vor. Was sie zusammenhält: „Wir sind uns einig.“

Voriger Artikel
Reitertag wird in den Mai verlegt
Nächster Artikel
Nicht alle Dörfer zahlen mit

Klarer Fall von Hausbesetzung, stellt Herbert Jacobs beim Reinigen des Meisen-Nistkästen anhand des Innenausbaus fest: Aus Federnund Gras bauen Spatzen ihre Nester.

Quelle: Beate König

Schierensee. Schierensee. Zwei Männer, eine Schubkarre, eine Leiter, ein Ziel: Rolf Burau und Herbert Jacobs sind das Team aus Schierensee. Seit 20 Jahren gehen die heute 78-Jährigen auf Dorf-Pflege-Tour. Nistkästen und Wegränder, Wanderwege und Alleen nehmen sich die Ehrenamtler vor. Was sie zusammenhält: „Wir sind uns einig.“

 Rolf Burau begann 1965, als er nach Schierensee zog, Nistkästen aufzuhängen. Der gelernte Zimmerer baute die Nisthilfen selbst. „Anfangs habe ich sie auch repariert.“ Inzwischen stammen die Kästen aus druckimprägnierter Kiefer aus der Werkstatt des Eiderheims in Flintbek. Obwohl der Schierensee von Wald umgeben ist, machen für Burau die Extra-Nisthilfen für Meisen Sinn. „Der Wald ist sehr gut gepflegt, da ist zu wenig Totholz drin, in dem die Vögel nisten könnten“, sagt Burau. Einen Tag dauert es, bis die alten Nester aus 48 Nistkästen entfernt und das Innenholz gereinigt ist. „Wir nehmen einem Gasbrenner, um die Vogelmilben zu entfernen,“ sagt Jacobs.

 Sieht der gelernte Gärtner Jacobs hoch gewachsenes Gras und ausgeschossene Sträucher in den Banketten oder einen umgestürzten Baum auf dem Wanderweg, wird er von sich aus aktiv. Über zehn Kilometer Grasbanketten in der flächenmäßig größten Gemeinde im Amt trimmt Jacobs regelmäßig. „Früher habe ich bei Bürgermeister Uwe Jeß Bescheid gesagt und dann losgearbeitet.“ Inzwischen braucht er eine Genehmigung vom Amt.

 Holzbänke mit Betonfüßen stellen Burau und Jacobs seit Jahren an den Wanderwegen um den See auf, über Jahre hielt Jacobs die handgeschnitzen Straßenschilder der Gemeinde instand. „Die müssen gestrichen werden, sonst verwittern sie.“ Bewegung macht dem 78-Jährigen, der 37 Jahre Küster in der Luthergemeinde in Kiel war, Spaß. „Ich bin ein Hansdampf in allen Gassen.“ Doch Schierensees ehrenamtliche Dorfpfleger wissen: „Ewig können wir das nicht machen.“

 Nachfolger finden, andere Menschen für die ehrenamtliche Arbeit begeistern, von der das ganze Dorf profitiert, hat sich Herbert Jacobs vorgenommen. Seine Hoffnung ist, dass die Gemeinde 2016 zu einem Neujahrsempfang einlädt. „Dann kann man die Leute ansprechen. Nur so funktioniert es.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Eckernförder Bucht

Schiffspositionen in
der Eckernförder Bucht,
dem NOK & der Ostsee

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige