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SC Böhnhusen löst sich nach 52 Jahren auf

Nur noch vier aktive Schützen SC Böhnhusen löst sich nach 52 Jahren auf

Die Vereinsfahne des SC Böhnhusen 1963 leuchtet in frischem Grün im Flur des Dorfhauses. Doch den Sportclub gibt es nicht mehr. Am 23. März beschlossen die Mitglieder einstimmig, den Verein aufzulösen. Der Nachwuchs fehlt. Gerhard Schwitzer istseit 1. April nicht mehr Vorsitzender, sondern mit Kassen- und Schriftwart Liquidator.

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Gerhard Schwitzer zeigt eins der Schmuckstücke des Sportclub Böhnhusen 1963: Die Fahne soll weiter im Dorfhaus hängen, beschloss der Verein bei seiner Auflösung.

Quelle: Beate König

Böhnhusen. Vor 52 Jahren startete der Verein mit 19 Männern und zwei Jugendlichen. Fußball, Tischtennis und Skat waren die Sportarten, 1964 kam die Schützensparte dazu. Der Wirt von Waidmannsruh erließ in seinem Saal Turnschuhpflicht für die Sportler, wenn dort Tischtennisplatten aufgebaut wurden. Bis zum Brand, der die Gaststätte und das Vereinsheim 1987 vernichtete, wurde dort die mobile Schießanlage für Luftgewehr aufgestellt. Ab 1989 nutzten die Schützen das mit viel Eigenleistung gebaute Dorfhaus. Eins der Fußballteams schaffte es vor Jahren einmal bis zur Deutschen Meisterschaft für Kneipenmannschaften, sagt Schwitzer. Die sportlichen Erfolge der Schützen dagegen „konnten sich mit denen anderer Vereine nicht messen“, schrieb Bürgermeisterin Birgit Nicklaus zum 50-jährigen Vereinsbestehen. Dafür punkteten die Schützen mit ihren Festen. „In den 50er und 60er Jahren bauten wir 500-Mann-Zelte für die Feiern auf,“ erzählt Schwitzer.

 Die Veränderung kam schleichend. 2013 wurde zum letzen Mal ein König ausgeschossen. 2014 nicht mehr. Beim Schützenumzug blieb die Fahne im Dorfhaus. „Wir hatten zum Schluss keinen mehr, der sie tragen konnte. Sie ist zu schwer.“ Der in seinen besten Zeiten 70 Mitglieder starke SC zählte zuletzt zwar noch 40 zahlende Mitglieder. Aktive Schützen waren davon nur noch drei oder vier. Man traf sich jeden Freitag. Aber zum Aufbauen der Schießstände hatte keiner mehr Lust.

 Ganz zu Ende ist die Geschichte des Vereins nicht. Die Vereinsidee, im Dorf Gemeinschaft zu pflegen, lebt weiter. Das Kinderfest organisiert jetzt die Gemeinde, die Skat- und Kniffelabende für das ganze Dorf die freiwillige Feuerwehr einmal im Monat. Die wichtigsten Pokale und Ehrentafeln werden im Dorfhaus an den SC erinnern. Luftgewehre, Schießanlage und Munition wurden an einen befreundeten Schützenverein verschenkt.

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