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SPD nimmt Abtrünnige ins Visier

Kronshagen SPD nimmt Abtrünnige ins Visier

Die Zeit der freundlichen Worte ist vorbei. Die SPD Kronshagen geht zum Frontalangriff auf die ehemalige Fraktionsvorsitzende Marja-Leena Tuominen-Flath über. Ortsvorsitzender Johannes Reimann hält ihr vor, „persönliche Interessen verfolgt und die Zusammenarbeit mit dem Ortsverein verweigert“ zu haben.

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Eicke Paysen (von links), Marja-Leena Tuominen-Flath und Marion Clausen haben in der Kronshagener Gemeindevertretung die neue Fraktion "Für soziales Kronshagen" gebildet. Der SPD fühlen sie sich weiterhin verbunden.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. Die SPD steht unter Druck. Nach dem Austritt von Tuominen-Flath sowie Eicke Paysen und Marion Clausen ist die Fraktion auf nur noch vier Mitglieder in der Gemeindevertretung geschrumpft. Noch mehr: Die drei abtrünnigen Frauen haben mit „Für soziales Kronshagen“ (FsK) sogar eine eigene konkurrierende Fraktion gegründet. Eicke Paysen will zudem das repräsentative Amt der ersten stellvertretenden Bürgervorsteherin behalten. Der SPD bleibt nur das Amt des zweiten stellvertretenden Bürgermeisters. Fraktionschef Gunnar Heintze kommt dabei allerdings nur selten zum Einsatz.

 In der vergangenen Woche wollte sich die SPD in der Mitgliederversammlung eigentlich für das „hervorragende Abschneiden“ ihres Kandidaten Robert Schall bei der Bürgermeisterwahl auf die Schulter klopfen. Doch der Austritt der drei Frauen überschattete die positive Grundstimmung. Nach Angaben von Reimann hätten viele Ortsvereinsmitglieder keinen Hehl aus ihrer Enttäuschung gemacht. Tenor: Das Verhalten beruhe auf „persönlichen Befindlichkeiten“ und sei „rational nicht nachvollziehbar“.

 Ins Zentrum der Kritik geriet dabei offenbar vor allem die ehemalige Fraktionschefin, die der Einladung zur Versammlung – anders als Eicke Paysen und Marion Clausen – nicht gefolgt war. Nachfolger Gunnar Heintze hält ihr vor, als Vorsitzende nicht erkennbar zur Auflösung von Konflikten innerhalb der Fraktion beigetragen zu haben. Auf Nachfrage bekundete Tuominen-Flath am Montag ihr Bedauern, dass sie nun als „Sündenbock“ herhalten müsse. Das Gegeneinander, das die vergangenen zweieinhalb Jahre in der Fraktion geprägt habe, setze sich nun in der Presseerklärung der SPD fort. „Diese persönlichen Angriffe prallen an mir ab“, sagte sie und machte klar: „Ein Zurück in diese Fraktion gibt es nicht.“ Den Schritt zum Austritt sei sie nicht leicht gegangen. Bereits seit einem Jahr habe sie sich damit befasst – mit Rücksicht auf die SPD aber erst nach dem Bürgermeisterwahlkampf vollzogen.

 Der Forderung des Ortsvereins der Partei, in die Fraktion zurückzukehren oder ihre Mandate niederzulegen, wollen auch Eicke Paysen und Marion Clausen nicht nachkommen. Die drei Frauen haben sich zum Ziel gesetzt, bis zum Ablauf der Wahlperiode in gut zwei Jahren in der neuen Fraktion weiterzuarbeiten und sich erst dann politisch zu verabschieden. Johannes Reimann ist verärgert: Das Mitnehmen von Mandaten in eine neue Fraktion möge zwar kommunalrechtlich legal sein, legitim sei es nicht. Für ihn und Heintze ist klar: Unter dem Dach der SPD könne und werde es keine zwei Fraktionen geben. Das angekündigte Parteiausschlussverfahren scheint damit nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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