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Das letzte Bier wird gezapft

Gettorf Das letzte Bier wird gezapft

DJ Ötzi, gestapelte Stühle und ein Stripper: Als Betreiber des Gettorfer Vereinsheimes am Ringweg erlebten Sabine und Bernd Zimmer unvergessliche Abende. Jetzt geht eine Ära zu Ende. Das Ehepaar aus Neudorf-Bornstein gibt die Schlüssel nach fast zehn Jahren ab. Zum 31. Mai ist Schluss. Ob nun Gläser, Stehtische oder Wärmplatte: Sie packen ihre Siebensachen.

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Zapfen die letzten Biere als Wirts-Ehepaar im GSC-Vereinsheim: Sabine und Bernd Zimmer, die das Clubhaus am Ringweg in Gettorf fast zehn Jahre betrieben haben.

Quelle: Budde

Gettorf. Bernd Zimmer geht mit einem „weinenden und einem lachenden Auge“, wie der 63-Jährige selbst sagt. „Was haben wir hier für Feste gefeiert, was haben wir gelacht und Spaß gehabt“, denkt der scheidende Wirt an die guten Zeiten im Vereinsheim des Gettorfer Sportclubs (GSC) zurück. Alles begann im Juli 2005. Der damals Arbeitsuchende bewarb sich als neuer Betreiber des Clubhauses. Er rechnete sich kaum Chancen aus und freute sich daher nach der Zusage umso mehr. Fortan stand der ehemalige Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes hinter dem Zapfhahn. Ehefrau Sabine arbeitete nebenberuflich mit, weil die 58-Jährige ansonsten für eine Firma in Gettorf tätig ist.

 „Es ist viel, viel Arbeit“, betont sie. Immerhin öffneten sie das Vereinsheim – außer montags – an sechs Tagen in der Woche. Gerade in den ersten Jahren herrschte noch viel Betrieb. So tranken nicht nur die Fußballer nach dem Training ihr Feierabendbier am Tresen. „Mitunter ging es bis zwei oder drei Uhr nachts“, denkt Bernd Zimmer zurück, „einige fanden den Weg nach Hause nicht.“ Das Ehepaar bewirtete ganze Gesellschaften. Geburtstage, Konfirmationen, Hochzeiten und Weihnachtsfeiern gingen dort über die Bühne. Für die Küche war Ehefrau Sabine zuständig, die alles von Currywurst mit Pommes über Bauernfrühstück bis hin zu Grünkohl zubereitete. „Mitunter waren hier bis zu 60 Personen“, denken beide zurück.

 Mit einem breiten Grinsen erinnert sich Bernd Zimmer an feucht-fröhliche Abende. „Die Dartscheibe kann Geschichten erzählen“, wird er poetisch. Einmal lieferten sich Sportler einen Wettbewerb im Stühle stapeln. „Der Beste schaffte elf Stück.“ Und so manche Showeinlage erlebten die Betreiber. Bei einem 50. Geburtstag sang ein DJ-Ötzi-Double. Grenzwertig fand das Ehepaar allerdings den Auftritt bei einem 18. Geburtstag. „Da kam ein Stripper“, verrät der scheidende Wirt. Sogar Prominenz war im GSC-Heim zu Gast: Einmal schaute Sportmoderator Gerhard Delling vorbei.

 Bis in die frühen Morgenstunden dauerte manche Feier. „Auf dem Weg nach Hause haben wir gleich Brötchen geholt“, erzählt Bernd Zimmer. Trotzdem klingelte morgens wieder der Wecker. Doch in den vergangenen Jahren kamen immer weniger Gäste. „Einige Fußballer wohnen auswärts“, sagt Bernd Zimmer, „die trinken hier kein Bier, sondern fahren lieber nach Hause.“ Zudem bezeichnet er die Rauchverbot-Regelung als „Schlag ins Kontor“.

 Bernd Zimmer geht nun in den Vorruhestand. Zum Abschied organisierten die Kinder für die Eheleute eine Überraschungsparty im Vereinsheim. Als Andenken bekamen sie eine Collage mit Bildern aus den vergangenen zehn Jahren. Laut Vorsitzenden Hans-Dieter Paasch sucht der GSC jetzt kurzfristig einen neuen Betreiber, bis die Gastronomie im neuen Sportzentrum öffnet. Infos unter Tel. 04346/297698.

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