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Wunderbarer Ausklang mit Goldberg

Eckernförde Wunderbarer Ausklang mit Goldberg

Eines der traditionsreichsten Orchester Deutschlands - das Göttinger Symphonie Orchester - zeichnete am Mittwoch in der ausverkauften Stadthalle für den Saisonausklang der Konzertreihe Eckernförde verantwortlich.

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Sorgte für einen wunderbaren Saisonausklang der Konzertreihe Eckernförde: das Göttinger Symphonie Orchester.

Quelle: "Oliver Stenzel, ost"

Eckernförde. Die Wurzeln des Göttinger Symphonie Orchesters reichen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Heute präsentiert sich der Klangkörper als einer der besten Niedersachsens und verfügt mit Christoph-Mathias Mueller über einen Dirigenten, der sich auch durch seine langjährige Zusammenarbeit mit Claudio Abbado einen Namen gemacht hat.

 Zu den besonderen Charakteristika des Maestros zählt seine Vielseitigkeit. Sie offenbart sich zunächst in Ludwig van Beethovens Ouvertüre zu Corolian c-Moll op. 62: Mit wenig Vibrato, mitreißender Dynamik und schönem Raumklang zeigt sich das Orchester hier auf der Höhe der aktuellen Beethoven-Exegese und bezieht auch die Ergebnisse der historischen Aufführungspraxis dabei überzeugend mit ein – all dies in schöner, alter deutscher Aufstellung.

 Vor der folgenden Aufführung von Max Regers Serenade für Orchester G-Dur op. 95 wendet sich Christoph-Mathias Mueller direkt an das Publikum. Für dieses von den Göttingern einst uraufgeführte „Flirtstück“ würde das zweigeteilte Orchester in einen Dialog mit sich selber treten. Dieser Flirt beginnt wunderbar schwelgerisch, wird in den langsamen Sätzen herrlich breit ausgekostet und macht beim Hören unglaublich viel Spaß. Die Zuhörer lassen sich bereitwillig anstecken und quittieren bereits die erste Konzerthälfte mit herzlichem Applaus.

 Nach der Pause kommt für Johannes Brahms‘ Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur op. 83 mit Cédric Pescia ein Pianist auf die Bühne, der die symphonische Anlage des Konzerts als Solist harmonisch umsetzt. Nicht einmal spielt er in den rascheren Sätzen des Werks die Pianistenpranke aus, verbindet sich stattdessen homogen mit dem Orchester und scheint sich häufig als sein erweiterter Arm zu verstehen. Erst im langsamen Satz spielt er sich mit viel Gefühl und Pedal in den Vordergrund und beschert seinen Zuhörern einige wunderbar traumverlorene Momente. Und so findet die aktuelle Saison der Konzertreihe einen würdigen Ausklang, an deren Ende als ebenso überraschende wie kontemplative Zugabe die Aria aus Johann Sebastian Bachs Goldberg-Variationen steht.

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