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Reese ist dann mal weg

Schacht-Audorf Reese ist dann mal weg

Noch wenige Tage, dann ist die Zeit für Eckard Reese (SPD) als Bürgermeister von Schacht-Audorf nach 18 Jahren zu Ende. Es ist ein schwerer Schritt, den er aber voller Überzeugung geht. Nächstes Jahr will er den Jakobsweg wandern, um einen Schnitt nach 30 Jahren Kommunalpolitik zu machen.

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Eckard Reese war 18 Jahre Bürgermeister in Schacht-Audorf.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Schacht-Audorf. Was bleibt von ihm, wenn er geht? Die Frage stellt sich der 64 Jahre alte Eckard Reese oft? Er erinnert sich daran, dass er den Jugendtreff Point initiiert hat. An das barrierefreie Wohnen für Senioren gegenüber der Schule. An den Neubau der Schule. An seinen Einsatz für die interkommunale Zusammenarbeit in der Region: „Wir müssen mehr zusammenrücken. Ich bin nach wie vor der Überzeugung, es ist ein gutes Werk.“ Reese ist es gelungen, die absolute SPD-Mehrheit in der Gemeindevertretung aus der Zeit Brunhild Wendels bis heute zu erhalten.

Es bleibt aber auch die Erinnerung an die krachende Niederlage beim Bürgerentscheid über eine Aussichtsplattform am Nord-Ostsee-Kanal Ende letzten Jahres. „Das hat mich natürlich enttäuscht. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass es ein gutes Projekt war.“ Ob die Niederlage ihm den Abschied leichter gemacht hat? Nein, sagt Reese. „Eher im Gegenteil. Ich habe noch Ideen.“ Der Rückzug vom Bürgermeisteramt stand aber fest. Monate vor der Abstimmung hat Eckard Reese in einem Hintergrundgespräch dieser Zeitung angekündigt, er wolle sein Amt abgeben und den Jakobsweg erwandern.

Nächstes Jahr soll es soweit sein. „Ich gehe mit einem Rucksack aus der Haustür und laufe los. Ich könnte mir vorstellen, dass ich im September loslaufe und im Oktober wiederkomme.“ Wie weit er kommt, ob die 3150 Kilometer Fußmarsch über den Schleswig-Holstein-Zubringer bis nach Santiago de Compostela oder womöglich nur über Hamburg hinaus, ist für ihn nicht wichtig. „Santiago ist die grobe Richtung. Wer sein Ziel nicht kennt, muss sich nicht wundern, wenn er nie ankommt.“ Beim Wandern auf dem Jakobsweg will er „loslassen und neue Impulse“ entdecken. „Ich möchte sehen, was das Leben noch für mich bietet.“

Am kommenden Mittwochabend gibt Reese das Bürgermeisteramt in der Gemeindevertretersitzung ab an seine Parteikollegin Sabrina Jacob. Er ist sicher, dass das der richtige Schritt ist. „Wenn jüngere da sind, die das machen wollen, gebe ich das Amt mit Freude ab. Nichts ist schlimmer, als wenn man als Bürgermeister aufhört und sieht, es läuft nicht weiter.“ Zunächst will er bis zu den Kommunalwahlen Gemeindevertreter bleiben. Vor 30 Jahren hat er als bürgerliches Mitglied begonnen. 

Auch wenn er sagt, dass er den Stab mit Freude weitergebe, war es „nicht einfach“. Das Rücktrittsschreiben mochte er nicht formulieren sondern nur unterschreiben. „Das ging mir an die Nieren.“ Plötzlich wurde ihm klar „warum Politiker so an Positionen festhalten, das hatte ich nicht vermutet“.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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