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Bürgermeister will Shuttlebus stoppen

Schacht-Audorf Bürgermeister will Shuttlebus stoppen

Ausgeschnuppert: Die Fahrkarte für Shuttlebusse vom neuen Bahnhof Schülldorf nach Westerrönfeld und Schacht-Audorf wird ab August teurer. Während der Westerrönfelder Bus einen Rekord erreichte, fordert Schacht-Audorfs Bürgermeister Eckard Reese, die schwächelnde Linie in seine Gemeinde einzustellen.

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Bus und Bahn begegnen sich an der neuen Station in Schülldorf.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Schülldorf. Die günstigen Schnuppertarife für die beiden Shuttlebusse nach Schacht-Audorf und Westerrönfeld enden am 31. Juli. Im Extremfall steigen sie danach auf das Dreifache. Die günstigen Preise seien eine Ausnahme „in der Anlaufphase“ gewesen, sagt Tim Albrecht, der Vorsitzende des Kreis-Regionausschusses.

Für 2 Euro mit der Linie 14 nach Westerrönfeld oder der 14a nach Schacht-Audorf: Das ist der Schnuppertarif für die Shuttlebusse ab der neuen Bahnhaltestelle bei Schülldorf seit Januar. Vom 1. August an ist Schluss damit. Dann sind die beiden Linien in den SH-Tarif integriert, sagt Dennis Fiedel, Pressesprecher vom Nachverkehrsverbund Schleswig-Holstein.

Teils drastische Preiserhöhungen sind damit verbunden. Fiedel nennt diese Tarife: Wer nur mit der 14 oder der 14a fährt, zahlt ab August 3,10 Euro pro Karte. Das Monatsabo kostet 62,50 Euro statt bisher 20 Euro. Neu ist ab August ein einziger Preis für die Fahrt mit Bahn und Bus von Kiel nach Schacht-Audorf oder Westerrönfeld mit Umsteigen in Schülldorf. Die Einzelkarte kostet dafür 7 Euro, bisher waren auf der Strecke zwei Karten zum Gesamtpreis von 6,60 Euro nötig. Das Monatsabo mit Umsteigen kostet künftig 120 Euro statt 99,17 Euro.

Nach gutem Start Anfang des Jahres, brach die Zahl der Fahrgäste in den beiden Bussen bis einschließlich Mai brutal ein. Im Juni folgte nach einer Übersicht des Kreises ein neuer Aufschwung. So waren in der Westerrönfelder Linie 14 im Februar insgesamt 683 Passagiere unterwegs. Im Mai waren es 447 und im Juni mit 877 fast doppelt so viele und Rekord. Deutlich schwächer ist die Schacht-Audorfer Linie 14a unterwegs, im Februar mit 187 Passagieren, im Mai mit nur 85, im Juni mit 152. Die 14a fährt nur während des Berufsverkehrs. Die Zahlen legte der Kreis jetzt vor.

Die 14a „fährt teilweise leer“, beklagt Schacht-Audorfs Bürgermeister Eckard Reese. „So ist es auf Dauer nicht tragbar. In meinen Augen ist der Bus unwirtschaftlich. Es ist bedauerlich, es war den Versuch wert.“ Reeses Rat: Die 14a umgehend einstellen. Als Alternative wolle er seiner Gemeindevertretung einen Bürgerbus mit ehrenamtlichen Fahrern für die Hälfte des Kreis- und Gemeindezuschusses vorschlagen.

An der 14a beteiligen sich Kreis und Gemeinde Schacht-Audorf in diesem Jahr mit jeweils 35000 Euro. Die Linie 14 nach Westerrönfeld subventioniert der Kreis alleine - mit 160000 Euro.

Tim Albrecht, der Vorsitzende des Kreis-Regionalausschusses, empfahl am Donnerstag: „Den Bus nach Schacht-Audorf nicht jetzt schon tot reden. Am Ende des Jahres schauen wir uns die Zahlen an und entscheiden dann.“ Der Politiker sagt auch: „Wir müssen das Angebot bekannter machen.“ Dennis Fiedel, Sprecher des Nahverkehrsverbunds Schleswig-Holstein, erklärte, eine realistische Bilanz sei erst nach „zwei bis drei Jahren“ möglich. So lange wolle der Kreis nicht warten, meinte Albrecht.

Andreas Horn, dessen Unternehmen T.H. Sievers die Linien 14 und 14a bedient, führt die schlechten Zahlen im April und Mai auf die Osterferien und den Bahnstreik zurück. Auch er sagt, es sei noch zu früh, um Bilanz zu ziehen. Horn ist nach den Juni-Zahlen guter Hoffnung: „Es spricht sich rum, es wird bekannter.“

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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