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Kurz vor der Jungfernfahrt

Schacht-Audorf Kurz vor der Jungfernfahrt

Die Spannung steigt bei Frank Dose. In wenigen Tagen will er sein rund 1,2 Tonnen schweres Riesen-Fahrrad aus dem Schuppen rollen, aufsteigen und in Schacht-Audorf über die Dorfstraße fahren. Ob die Jungfernfahrt klappen wird? „Ja“, sagt der 49-Jährige, er hat keine Zweifel.

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Die Schutzbleche will Frank Dose noch befestigen, dann ist das Riesen-Fahrrad bereit für die Jungfernfahrt.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Schacht-Audorf. Noch steht das Riesen-Fahrrad im ehemaligen Grillschuppen in Frank Doses Garten an der Kieler Straße direkt am Nord-Ostsee-Kanal. Inzwischen hat er die Hütte um einen Vorbau aus Latten und Plastikplanen vergrößert, damit seine Stahlkonstruktion nicht nass wird und rostet.

Seit Medien vor wenigen Tagen über den Rekordversuch des Schacht-Audorfers berichteten, wird Dose auf der Straße, beim Bäcker und am Telefon angesprochen. „Ich bekomme Anfragen aus Österreich und der Schweiz.“ Medien wollen die Geschichte.

Dose will ins Guinness-Buch der Rekorde. „Ich will 200 Meter weit fahren.“ Mindestens. Als Termin für den Rekordversuch hat er den 3. September festgelegt. Die Strecke soll am Feuerwehrgerätehaus sein. Dort ist er seit fünf Jahren aktiv, inzwischen als Oberfeuerwehrmann. Wie sein Plan in der Wehr ankommt? „Die Kameraden sind begeistert. Es hatte keine zehn Minuten gedauert, bis ich meine Helfercrew für den 3. September zusammen hatte.“

Die Stahlstreben für den Rahmen hat sich Dose bei einem Händler in Heide besorgt. Die Räder hat er von einem Landmaschinenhändler bei Kropp. Sie gehörten zu einem Güllewagen. „Wenn es nicht so windig wäre, würde man es noch ein wenig riechen.“ Die Ketten für den Antrieb von den wuchtige Pedalen aufs Hinterrad fand er beim Industrieschlosser. Sie stammen wohl von einem Förderband oder einer Maschine, vermutet der Lkw-Fahrer. Zurzeit hat er zwei Ketten montiert. Platz für eine dritte wäre, falls das Fahrrad zu schnell oder zu langsam wäre. Wie sich das Ungetüm steuern lässt? Die Bewegung der Lenkstange überträgt eine Kette auf die Vorderradgabel. 19 Bolzen hat Dose für die Lenkung verbaut.

Kleine Restarbeiten sind vor der ersten Fahrt zu erledigen. So sind Schutzbleche zu montieren. Das fast fertige Fahrrad ist die dritte Version. Vom Prototyp, mit dem der Heavy-Metal-Fan 2014 eigentlich nach Wacken fahren wollte, sind der auf einer grünen Bierkiste montierte Sitz und Teile der hinteren Schwingen in der aktuellen Version verbaut.

In wenigen Tagen steht die Jungfernfahrt auf der Dorfstraße an. Dass er das Teil in Gang bekommt, bezweifelt Frank Dose nicht. Und dann? „Ich weiß selbst noch nicht genau, was dann passiert“, sagt er im Schuppen neben seinem Stahlungetüm und strahlt. Umfallen wird er wohl kaum. Das sollen zwei kleine Stützräder verhindern.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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