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Eine Turbine, die Fische nicht bremst

Quarnbek Eine Turbine, die Fische nicht bremst

Für Klaus Langer geht es nicht um die Quadratur des Kreises. „Eine solche Anlage ist möglich; andernorts funktioniert sie“, sagt der grüne Quarnbeker Bürgermeister und zeigt auf die marode Schleuse in Strohbrück. Er will die 40 Meter lange Kammer fischdurchlässig machen und gleichzeitig Energie erzeugen – die Staatskanzlei zeigt Interesse.

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Quarnbek. Mit dem frühlingshaften Wetter nimmt die Zahl der Ausflügler in Strohbrück wieder zu. Häufig kann man diese Frage hören: „Warum passiert da eigentlich nichts?“ Seit 14 Jahren ist die 1913 errichtete Schleuse aus Sicherheitsgründen „vorübergehend“ stillgelegt. Ein Zaun riegelt die 40 Meter lange und acht Meter breite Schleusenkammer ab. In ihr wurden einst kleine Schiffe wie in einem maritimen Fahrstuhl vom Nord-Ostsee-Kanal sieben Meter höher auf das Niveau des Achterwehrer Schifffahrtskanals gehoben.

 Langer weiß, dass der Bund als Eigentümer der künstlichen Wasserstraße ein Problem hat. Die Wasserrahmenrichtlinie der EU verlangt die Fischdurchlässigkeit von der Eider bis in dem Nord-Ostsee-Kanal und umgekehrt. Nach seinen Information sind dafür auf Behördenebene bereits bis 700000 Euro Kosten kalkuliert worden.

 Kombinationen von Fischtreppe und Turbinen waren bisher nicht erfolgversprechend. „Kleinstfische werden zerschreddert, die größeren von Kormorane gefrühstückt“, beobachtete Langer am Wehr in Bremen-Hemelingen. Hoffnungen setzt er jedoch auf eine Pilotanlage im sächsischen Großharthau-Bühlau. Diese wurde von den Firmen Ecoligent sowie Käppler&Pausch unter wissenschaftlicher Begleitung der Hochschule Zittau-Görlitz sowie unter Beteiligung des Landesamtes für Umwelt verwirklicht. „Die Turbine lässt die Fische durch und erzeugt gleichzeitig Strom“, sagt Langer.

 Nach seiner Vorstellung könnte in Strohbrück eine sechsstufige Turbinenkaskade errichtet werden, die auch die größten dort beobachteten Fische, die Brassen, durchließe. Die Kosten für ein derartiges fischfreundliches Wehr schätzt Langer auf 1,2 Millionen Euro. Die Investition könnte nach seiner Einschätzung von einer zu gründenden Gesellschaft gestemmt und über die Stromerzeugung amortisiert werden; die Kosten für eine Fischtreppe entfielen.

 Bei den Genehmigungsbehörden in Schleswig-Holstein gibt es Bedenken. Um die mögliche Übertragbarkeit auf hiesige Gewässer zu erörtern, hat die Kieler Staatskanzlei für den 7. Mai zu einer Fachkonferenz eingeladen.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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