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Schönbeker Mergel hält dicht

Material dient als Untergrund für Deponien Schönbeker Mergel hält dicht

Ein Blick aus dem fahrenden Auto im richtigen Moment sorgte Ende der 1980er Jahre für eine ganz spezielle Entdeckung. Ernst Krebs vom gleichnamigen Unternehmen beobachtete damals nahe der Nortorfer Chaussee in Schönbek einen Bauern bei der Drainage – und sah im frisch ausgehobenen Graben einen grauen Stoff, den es in dieser Zusammensetzung kein zweites Mal gibt.

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Bis zu neun Meter tief wird der Spezialmergel in Schönbek abgebaut.

Quelle: Sven Tietgen

Schönbek. Carén Krebs bekommt immer noch eine Gänsehaut, wenn sie die Geschichte ihres Vaters von der Entdeckung der Mergelkuhle erzählt. „Seit Jahren war mein Vater auf der Suche nach diesem speziellen Mergel, es war der pure Zufall, dass er mit dem Auto gerade diese Strecke fuhr, beim Bauern anhielt und eine Probe mit zur Untersuchung nahm“, berichtete die Diplom-Bauingenieurin und Diplom-Ingenieurin für Abfallwirtschaft, die 1993 die Unternehmensgruppe Ernst Krebs übernommen hat. Weitere Probebohrungen brachten Gewissheit: Unter einer rund zwei Meter dicken Erdschicht verbargen sich Massen von Mergel mit einer extrem hohen Wasserundurchlässigkeit.

 Das graue Material wirkt als natürliche Abdichtung, die Firma Ernst Krebs verwendet den Schönbeker Mergel als Untergrund für Deponien. Das Areal der gesamten Mülldeponie Wittorfer Feld in Neumünster wurde in Meterstärke damit abgedichtet. Auch bei der vom Unternehmen selbst betriebenen Deponie in Großenaspe kommt der kalkarme Stoff zum Einsatz. „Der Mergel ist so wasserdicht, dass ein Wassertropfen 100 Jahre braucht, um 1,5 Millimeter darin einzudringen“, erläuterte Carén Krebs. Nach ihren Angaben ist die Schönbeker Mergelkuhle die einzige Anlage dieser Art in Schleswig-Holstein. Und an die Abbautechnik stellt das lehmig wirkende Material hohe Ansprüche.

 So wird nur bei gutem Wetter abgebaut und genau in dem Moment, wenn es gebraucht wird. Eine Produktion auf Halde geht nicht, sobald es trocknet, kann es nicht mehr verwendet werden. Lkw, Bagger und Radlader bewegen sich auf dem 5,5 Hektar großen Areal auf Fahrbahnen, die komplett mit Eisenplatten belegt sind. Die Transportfahrzeuge sollen den klebrigen Mergel, der mit 2,4 Tonnen pro Kubikmeter so schwer wie Beton ist, nicht auf die Straßen bringen. Und: Die eisernen Fahrbahnen verhindern, dass die Fahrzeuge bei Nässe auf dem dann seifigen Untergrund abrutschen.

 Rund 500000 Kubikmeter Mergel beherbergte die Anlage bei ihrer Eröffnung in 1989, seitdem wurden rund drei Viertel abgebaut. Eine Wasserfläche am rund neun Meter tiefen Grund zeigt die Zukunft nach Ende der Mergelausbeutung: Das Gelände wird renaturiert, und es entsteht ein großer Teich. „Das Areal gehört jetzt schon zu einem großen Teil der Natur, wir haben die Anlage nur wenige Monate im Jahr in Betrieb“, erklärte Carén Krebs.

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