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Schüler trainieren soziale Kompetenz

Melsdorf Schüler trainieren soziale Kompetenz

Wer heute geboren wird, muss das Leben in einer komplexen Welt meistern. Einzelgänger haben es schwer, Teamfähigkeit ist gefragt. Die Regenbogenschule in Quarnbek und Melsdorf holte sich Unterstützung, um den Gemeinschaftsgeist zu fördern. Die Grundschüler absolvierten ein Sozialkompetenztraining.

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Gemeinsam Ziele erreichen: Die zweite Klasse der Grundschule Melsdorf übte es beim Sozialkomptenztraining.

Quelle: Torsten Müller

Melsdorf. Die Grundschüler absolvierten ein Sozialkompetenztraining.

 „Wir haben supertolle Schüler“, stellt Rektorin Sabine Simon fest, räumt aber ein: „Es gibt Situationen, wo wir Lehrer nicht weiter wissen.“ In ihrem Programm verschrieb sich die Schule der Gewaltprävention; auch die Schulordnung wurde daran angepasst. Wichtiger Grundsatz: „Bei ,stopp’ ist Schluss“, sagt Simon. Diesen Grundsatz kennen zwar alle, „aber es gibt Kinder, die ihn nicht annehmen können.“ Das Wissen muss trainiert werden, damit es in Fleisch und Blut übergeht.

 Deshalb engagierte die Schule Victor Rochow als externen Coach. Der Pädagoge begann vor fast 20 Jahren mit Höflichkeits- und Präventionstraining. Er begleitete die Schule zweieinhalb Monate. Am Anfang stand ein intensives Elternseminar, dann spitzte er die Ohren, um zu verstehen, was in den einzelnen Klassen los ist. Schließlich begannen Rollenspiele. Ihr Ziel: Verhaltensweisen bewusster machen und Lösungen für Konflikte erarbeiten – ein Lernen fürs Leben. Rochow weiß: „Viele Arbeitsplätze bleiben heute unbesetzt, weil es jungen Bewerbern an sozialer Kompetenz mangelt.“

 Mit Seilen bilden die Zweitklässler in der Sporthalle kleine Inseln, die Sicherheit vor Haien bieten. Doch ein Hai schnappt sich ein Seil, die Insel versinkt, die Kinder müssen schnell auf einer anderen Schutz suchen. Es folgen Rempeleien, der Platz ist begrenzt, kaum einer nimmt Rücksicht auf andere nimmt. „Das ist so, als wenn alle auf einmal versuchen, durch die Tür zu gehen“, sagt Rochow. Die Kinder entwickeln Regeln, um gemeinsam auf der Insel zu leben. „Ihr müsst aufhören, Quatsch zu machen, wenn jemand etwas erzählt“, mahnt Leonie. Schließlich legen alle ihre Hand aufs Herz und sprechen: „Ich bin stark – gemeinsam sind wir stärker.“ Etwas Neues ist entstanden.

 Auch für Lehrer Stephan Laser ist das Training interessant: „Ich kann mich mal daneben stellen und die Kinder beobachten.“ Sabine Simon hofft, dass es ihnen jetzt leichter fällt, sich einen Wunsch zu erfüllen: das gemeinsame Spiel von Mädchen und Jungen.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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