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Ständig Ärger mit dem Billig-Schulbus

Schülertransport Quarnbek Ständig Ärger mit dem Billig-Schulbus

Hätte, hätte, Fahrradkette! Im Nachhinein sind die Gemeinde Quarnbek und das Amt Achterwehr schlauer: Finger weg von Billigangeboten auf dem Schulbusmarkt, könnte man die Erfahrungen zusammenfassen. Die Reparaturanfälligkeit des Busses und damit Ausfälle über Wochen ärgern auch Eltern.

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Mit diesem Ersatzbus werden derzeit die Schüler nach Quarnbek befördert. Bürgermeister Klaus Langer (Grüne) will künftig nur noch einen Bus, der in Deutschland gefertigt und hier auch repariert wird.

Quelle: Torsten Müller

Quarnbek. Dabei war das Motiv durchaus ehrenwert, als in der Gemeindevertretung 2013 über einen Ersatz für den fast 15 Jahre alten Schulbus nachgedacht wurde. Der Neue sollte vor allem preiswert sein. Bürgermeister Klaus Langer (Grüne) erinnert sich aber noch an einen anderen Umstand: „Auf dem gesamten deutschen Markt gab es keinen sogenannten Midi-Bus, in dem eine ganze Klasse Platz hat.“ 

Da kam das Angebot aus Holland gerade recht. Die Firma Omnibus Trading offerierte einen 28-Sitzer, der innerhalb von zweieinhalb Monaten aus der Türkei geliefert werden sollte – und das zu einem Preis knapp unter 100000 Euro. „Im Nachhinein zeigte sich, dass Geldsparen nicht alles ist“, bilanziert Langer.

Denn es dauerte nicht lange, bis an dem schicken roten Bus die ersten Probleme auftraten. Stand er auf einer schrägen Fläche, ließ sich die Tür nicht schließen. Auch die Heckklappe funktionierte nicht richtig. Weitere Anfälligkeiten häuften sich.

Jetzt steht der Bus seit mehr als zwei Wochen in einer Kieler Werkstatt: Die Schließanlage ist wieder kaputt und das Ersatzteil aus der Türkei noch nicht eingetroffen. Derzeit fährt ein Ersatzbus, doch der hat nur 16 Sitze, sodass er zweimal fahren muss, um alle Kinder zu befördern.

Das Amt hat den Bus für sechs Jahre geleast. Amtsdirektor Joachim Brand bestätigte auf Nachfrage, dass das Amt prüfe, den noch drei Jahre währenden Vertrag vorzeitig aufzulösen. Der Kauf eines neuen Fahrzeugs steht im Raum. „Wir können nicht riskieren, dass Kinder nicht befördert werden“, betont Brand. Die Vertragsauflösung sei möglich, gestalte sich aber schwierig.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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