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Schulchronik ist Dorfgeschichte

Ellerdorf Schulchronik ist Dorfgeschichte

Was einst von 26 Dorfschullehrern Ellerdorfs ab 1890 handschriftlich in Sütterlin verfasst wurde, hat Hobby-Historiker Karsten Harp jetzt auf 143 gedruckten Seiten für jeden lesbar neu aufgeschrieben. In den alten Schulchroniken ist nicht nur die Schulhistorie, sondern auch die Dorfgeschichte festgehalten.

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Hobby-Historiker und Heimatforscher Karsten Harp hat die alte Schulchronik seines Dorfs aus dem Sütterlin transkribiert. Nun ist das Buch über Schul- und Dorfgeschichte der Jahre 1890 bis 1970 fertig.

Quelle: Nora Saric

Ellerdorf. Mühevolle Textanalyse, stundenlanges Entziffern kleinteiliger, eckiger und teils unvorstellbar unleserlicher Handschrift in Sütterlin – seit 2006 hat Karsten Harp mit einigen Unterbrechungen daran gearbeitet, die drei Schulchronik-Bände, die in Nortorfs Stadtarchiv lagern, in zeitgemäße Schrift zu übersetzen. In den Aufzeichnungen der Dorflehrer geht es längst nicht nur um Noten, das Schulgebäude oder das Betragen der Schüler. Vor allem seit 1919 hätten die Lehrer auch Ereignisse des dörflichen Lebens vermerkt, berichtet Heimatforscher Karsten Harp. „Allerdings nicht durchgängig. Es gab mal einen etwas fleißigeren, mal einen etwas fauleren Lehrer.“

 Das Buch umfasst knapp 80 Jahre Schul- und Dorfgeschichte. Interessant sind besonders die Schilderungen des Lehrers Köster, der bis 1937 unterrichtete, und dessen Nachfolger Weber. Beide lehrten während der nationalsozialistischen Herrschaft in Ellerdorf. „Während des Ersten Weltkriegs ist nicht viel geschrieben worden. Die Leute waren vermutlich überwiegend mit sich selbst beschäftigt“, vermutet Harp.

 Über den Zweiten Weltkrieg und die Nazi-Herrschaft gebe es viel zu lesen: von Fliegerangriffen, Truppenmärschen, über das Dorf hinweg fliegenden Luftschiffen und auch von Wahlpropaganda und politischen Konflikten. „Der Lehrer Köster war sehr demokratisch“, glaubt Harp den Texten entnommen zu haben. „Weber dagegen ist meines Erachtens überzeugter Nazi gewesen. Man liest heraus, wie begeistert er war, dass endlich Krieg ist, und wie frustriert er war, dass er erst gegen Ende des Krieges zum Kampf eingezogen wurde.“

 Warum er sich die Mühe gemacht hat? Aus persönlichem Interesse und weil sein eigener Ururgroßonkel Heinrich Theodor Seele, der Sohn des Pastors Seele aus Westensee, hier selbst in den Jahren 1863 bis 1892 unterrichtet habe. „Die Chronik hat er 1890 angefangen zu schreiben. Davor gibt es keine Aufzeichnungen.“

 Derzeit gibt es die neue Chronik nur digital. Wer für 15 Euro ein gedrucktes Exemplar erwerben möchte, kann sich bis Freitag, 20. November, bei Karsten Harp melden. Erst wenn er weiß, wie viele Exemplare gewünscht sind, gibt er den Auftrag in die Druckerei. Karsten Harp ist täglich von 17 bis 20 Uhr unter Tel. 04392/3109 erreichbar

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