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Poker um neue Rader Hochbrücke

Rader Insel Poker um neue Rader Hochbrücke

Ein einzelner Grundstückseigentümer von der Rader Insel könnte den Neubau der Rader Hochbrücke verzögern, fürchtet Landrat Rolf-Oliver Schwemer. Der Mann wehrt sich gegen den drohenden Abriss seines Wochenendhauses. Schwemer hat jetzt das Land aufgefordert, die Sache zu klären.

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Für den Neubau der Rader Hochbrücke braucht das Land voraussichtlich Flächen auf der Rader Insel.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Es gebe eine gerichtliche Abrissverfügung für das Haus, sagte Schwemer am Montag in seinem Verwaltungsbericht vor dem Kreistag von Rendsburg-Eckernförde. Trotzdem habe der Kreis aus Kulanz einen Duldungsvertrag angeboten. Das habe der Eigentümer nicht angenommen, stattdessen bestehe er auf einer nachträglichen Baugenehmigung. 

Dies sei aber rechtlich nicht möglich, sagte Schwemer. Als Faustpfand habe der Mann weitere Flächen auf der Rader Insel, die möglicherweise für den Neubau der Rader Hochbrücke benötigt würden. Die Ehefrau habe wiederholt angekündigt, solange der Kreis das Wochenendhaus nicht genehmigt, wehre sie sich mit allen Mitteln gegen eine Nutzung ihres Landes beim Bau der Rader Hochbrücke. 

Er habe Kontakt zum Land aufgenommen, um das weitere Vorgehen abzustimmen, sagte Schwemer. Wenn es noch einen rechtlich zulässigen Weg zu einer Einigung gebe, werde er das mittragen, versicherte er. Er erwarte Hinweise vom Innenministerium. Ansonsten lasse der Kreis das Gebäude abreißen. Dann müsse das Verkehrsministerium klären, wie die Rader Hochbrücke auch notfalls gegen den Willen des Ehepaars neu gebaut werden kann.

Streit um Wochenendhäuser auf der Rader Insel gibt es nach Angaben des Kreises seit über 50 Jahren. Anfangs habe er sich um 68 Schuppen, Hütten und Gebäude gedreht, für die es keine Baugenehmigungen gebe. Die Schwarzbauten könnten nicht nachträglich legalisiert werden. Pächter hatten sich auch an den Petitionsausschuss des Landtags gewandt und vor acht Jahren einen Kompromiss erreicht. 

Danach sollten grundsätzlich alle Schwarzbauten abgerissen werden. Nur die Pächter, die damals 60 Jahre und älter waren sollten bis an ihr Lebensende bleiben dürfen. Danach sollten die Häuser abgerissen werden. Anders als bei einer nachträglich erteilten Baugenehmigung könnten Erben diese Gebäude nicht übernehmen. Diese Regelung galt nur für Pächter. Im Fall des widerspenstigen Mannes wollte der Kreis sie für ihn als Eigentümer öffnen.

Derzeit müssen nach Angaben des Kreises 26 Gebäude abgerissen werden. Das wolle der Kreis jetzt kurzfristig durchsetzen.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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