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Die Schwebefähre ist sicher gelandet

Nord-Ostsee-Kanal Die Schwebefähre ist sicher gelandet

Sicher gelandet: Nach rund sechs Stunden war das Wrack der Rendsburger Schwebefähre an diesem Dienstag von der Eisenbahnhochbrücke abgehängt, auf einem Schwimmponton in den Bauhof des Wasser- und Schifffahrtsamts (WSA) gebracht und dort von einem 220-Tonnen-Kran ans Ufer gehoben worden.

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Schwimmen statt schweben: Die Rendsburger Schwebefähre ist sicher auf dem Schwimmponton gelandet.

Quelle: Jörg Wohlfromm

Rendsburg. Nebel hängt an diesem Dienstag bei Rendsburg über dem Nord-Ostsee-Kanal. Am Wrack der Schwebefähre am Osterrönfelder Ufer arbeiten die Männer einer Nortorfer Stahlbaufirma, legen Werkzeug bereit, besprechen die nächsten Arbeitsschritte. Ein Teleskopstapler verlegt Stahlplatten auf dem Boden neben dem Anleger. Gegen 8.30 Uhr erscheint schemenhaft am Horizont ein Schwimmponton. Der Schlepper „NOK 1“ schiebt ihn über den Kanal. Es kann losgehen.

Derweil hat der Ponton direkt neben der Schwebefähre festgemacht und seine Stützen ausgefahren. Jetzt steht er sicher, sagt Matthias Visser, Sprecher des WSA. „Wie auf Tischbeinen.“ Auf der Eisenbahnhochbrücke legen sich jetzt drei Männer an großen Hebeln ins Zeug. Zentimeter für Zentimeter ziehen sie die Schwebefähre weg vom Anleger, bis über den Ponton. Dann geht es für die Fähre abwärts. Sie soll auf Blöcken aus Nadelholz zu Stehen kommen. 60 Bohlen stehen auf Paletten bereit. 44 sind nötig, elf an jeder Ecke. Handwerker der Nortorfer Firma schichten die schweren Blöcke an ihren Positionen auf dem Ponton auf. Dann senken Kollegen die an Ketten gehängte Fähre ab und lösen die letzten Bolzen der Tragseile.

Jedes Stahlseil wiegt 350 Kilogramm

Jedes dieser Stahlseile, mit der die Fähre an ihrem Antrieb auf der Hochbrücke hängt, wiegt 350 Kilogramm, sagt WSA-Sprecher Visser. Die ersten Stahlseile lassen sich schnell lösen. Zehn Stunden lang haben sechs Männer seiner Firma am Vortag Bolzen gelöst und Gewinde gängig gemacht, sagt Ralf Rohwer, der Geschäftsführer des Nortorfer Stahlbauers. Und jetzt hakt es. Ein Bolzen hat sich verkantet. Mit einem Schneidbrenner zerteilen ihn zwei Handwerker. „Das geht ein bisschen schneller als mit der Flex“, sagt Rohwer. „Darauf sind wir eingestellt. Das ist unser Tagesgeschäft.“

Schließlich liegt die Fähre losgelöst von den Seilen auf dem Ponton. Matthias Visser ist erleichtert, dass das Konzept des WSA aufgegangen ist: „Es lief alles wie geplant.“ Auch Rohwer ist zufrieden: „So haben wir uns das vorgestellt.“ Gegen 11.40 Uhr legt der Ponton ab, wendet und fährt quer über den Kanal zum WSA-Bauhof an der Blenkinsopstraße in Rendsburg. Um 14.15 Uhr setzt ein 220-Tonnen-Kran das Wrack am Ufer ab. Von Mittwoch an will sein Unternehmen mit dem Abbau des Antriebs, der sich auf der Eisenbahnhochbrücke befindet, beginnen, kündigt Ralf Rohwer an. Ein Kran soll dann nach und nach Seile, Räder und Motoren auf eine Fläche neben dem Anleger abladen.

Matthias Visser sagt: „Heute war ein guter Tag. Wenn sie wieder aufgehängt wird, ist es ein besserer Tag.“ Wann das sein wird, sei aber noch völlig ungewiss.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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Foto: Auf den Tag genau vor zwei Monaten kollidierte die Rendsburger Schwebefähre mit einem Frachter, der auf dem Nord-Ostsee-Kanal fuhr.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) will das Wrack der Rendsburger Schwebefähre an einem einzigen Tag von der Eisenbahnhochbrücke abhängen lassen. Die Arbeiten sollen Dienstag früh beginnen. Mehrere Tage dagegen soll der Abbau des Antriebs auf der Brücke dauern. Stück für Stück sollen Kräne das Teil abseilen.

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