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Mehr als die Hälfte muss ersetzt werden

Beschädigte Schwebefähre Mehr als die Hälfte muss ersetzt werden

Der Schaden an der Rendsburger Schwebefähre ist immens. Mehr als 50 Prozent der historischen Fähre müssten ersetzt werden, berichtete das Wasser- und Schifffahrtsamt. Infrage steht die Reparatur des Rendsburger Wahrzeichen aber nicht. Nur: Wann die Fähre wieder unter der Hochbrücke hängen wird, ist ungewiss.

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Ingenieur Uwe Sowa nimmt Vermessungen an der beschädigten Schwebefähre vor.

Quelle: Malte Kühl

Rendsburg. „Wir haben letzte Woche erste Vermessungen vorgenommen und wissen jetzt, dass alle drei Teile der Fähre beschädigt sind“, sagte Matthias Visser, der stellvertretende Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes, am Montag. Sowohl der Fahrkörper als auch die Aufhängung und der Oberwagen seien bei der Kollision mit dem Frachter Evert Prahm am 8. Januar dieses Jahres beschädigt worden.

 An der Ostseite der Fähre zeigt sich das komplette Ausmaß des Zusammenstoßes: Metall ist gebrochen, Träger sind verzogen, einige Teile schlicht abgerissen. Hier haben enorme Kräfte gewirkt. „Viele tragende Teile sind aus dem Lot“, erläutert Visser. Auch die Nieten seien zum Teil verzogen. Gerade bei den kleinen Bolzen stelle sich nun die Frage, ob sie noch ihren Zweck erfüllten. Nun sei zu planen, was ersetzt werden müsse. Der historische Charakter der Fähre soll, auch wenn Teile neu angefertigt werden müssen, erhalten bleiben, meint der stellvertretende Leiter. Auf Nieten werde jedoch verzichtet werden, es sei nicht mehr zeitgemäß.

 Eine weitere Überlegung ist es, andere Teile der Fähre, die erst bei der nächsten Grundinstandsetzung im Jahre 2019 überholt werden sollten, gleich mit zu ersetzten. „Die Technik ist teilweise über 100 Jahre alt“, sagt Matthias Visser. Die Schienen, auf denen der Oberwagen rollt, sind stark abgenutzt. Auch die Steuerung, die über 20 Jahre alt ist und im letzten Jahr mehrmals Probleme machte, soll erneuert werden. Generell sollten die Reparaturen noch in diesem Jahr abgeschlossen sein, meint der WSA-Sprecher, durch die Grundinstandsetzung verschiebe sich dieses Datum nun auf ungewisse Zeit nach hinten. Erst müsste die übergeordnete Stelle, die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung in Bonn über das Vorhaben entscheiden.

 Ab dem 1. Juni soll eine Fähre im Bedarfsfall zwischen der Nord- und Südseite hin und her pendeln. Die Hauptausweichstrecke der rund 1700 Personen, die die Schwebefähre täglich nutzten, sei der Fußgängertunnel in Rendsburg-Süd. meint Matthias Visser. Sollte der Aufzug ausfallen oder Großveranstaltungen stattfinden, könnte als Ausgleich die Fähre zwischen einem Anleger neben dem Schwerlasthafen und dem Vorplatz des Kreishafens eingerichtet werden.

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