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Bürgerinitiative lehnt Erdölförderung ab

Schwedeneck Bürgerinitiative lehnt Erdölförderung ab

Noch bis Ende März 2017 darf die Dea Deutsche Erdöl-AG im Gebiet Schwedeneck-See nach Öl suchen. Ende November 2015 bildete sich eine Bürgerinitiative (BI) gegen Erdölförderung. Sie lädt am 25. Januar zur Vorstellung und offiziellen Gründungsversammlung mit Informationen ein.

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An die Zeit der Erdölförderung in Schwedeneck erinnert diese Pferdekopfpumpe im Ortsteil Sprenge.

Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck

Schwedeneck. „Ziel unserer Bürgerinitiative ist es, die geplante Ölförderung und damit die dauerhafte Zerstörung unserer Region zu verhindern“, erklärte BI-Sprecherin Linda Maria Koldau. Ob konventionell oder per Fracking: Laut Bürgerinitiative bringt die Erdölförderung ein hohes Risiko mit sich, dass Trink-, Grund- und Oberflächenwasser verseucht werden sowie giftige Stoffe in Erde und Luft freigesetzt werden. Weitere Gefahren drohten durch mögliche Erdbeben, Erdrutsche, Bodenabsenkungen sowie die Versalzung von Wiesen, Äckern und Wäldern.

Die Gemeinde Schwedeneck sei ein beliebtes Tourismusziel und eines der wichtigsten Naherholungsgebiete des Großraum Kiels. Da die Bewilligung für die Ölaufsuchung im Gebiet Schwedeneck-See 2017 endet, befürchtet die Initiative, dass Dea bald eine Betriebsstättengenehmigung beantragt, um Probebohrungen zu starten.

Dea-Sprecher Derek Mösche erklärte, zurzeit wird eine Wiederaufnahme der Förderung in Schwedeneck nach wie vor „auf Papier“ geprüft: „Die Wirtschaftlichkeit ist dabei sehr wichtig.“ Nach einem Anstieg des Ölpreises, der zum Interesse an den Altfeldern führte, ist dieser mittlerweile deutlich gesunken. Man werde die Zeit bis 2017 nutzen, um alle Daten zu prüfen. „Sobald eine Entscheidung getroffen ist, wird Dea diese aktiv kommunizieren.“

Fracking sei im Bereich Schwedeneck aber kein Thema, erklärte der Dea-Sprecher: Die durchlässigen Speichergesteine vor Ort seien aufgrund ihrer „geologischen Gegebenheiten gut für die konventionelle Förderung geeignet“. Die BI fürchtet, dass Fracking dennoch eine Option bleibt.

Das Erdölfeld Schwedeneck reicht von der Küste bei Eckernholm über Sprenge bis westlich von Scharnhagen. Von 1956 bis 1991 wurde dort über Pferdekopfpumpen gefördert. Von 1984 bis 2000 wurde im Gebiet Schwedeneck-See bei Deutschlands erster Offshore-Bohrung Öl gewonnen. Das Gebiet schließt Teile des Festlandes ein und reicht bis nach Strande. Sinkende Mengen und ein niedriger Ölpreis hatten dazu geführt, dass die Förderung eingestellt wurde.

Zu den Treffen der Bürgerinitiative kamen etwa 20 Mitstreiter, erklärt Koldau. Die Kritiker hinterfragen auch das Bewilligungsverfahren, durch das Dea nach Öl suchen darf. Sie verweisen zum Beispiel auf eine Stellungnahme, nach der die Interessen des Natur- und Artenschutzes im Bereich Schwedeneck einer Erdölgewinnung entgegenstehen. Nach Angaben des Umweltministeriums ist wegen der naturschutzfachlichen Bedenken eine mögliche Genehmigung konkreter Bohrungen auch ungewiss.

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Ein Artikel von
Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Redaktion Lokales Kiel/SH

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