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Geologische Wanderungen

Schwedeneck Geologische Wanderungen

Schwedeneck ist steinreich. Am Strand von Dänisch Nienhof türmen sich nach Stürmen Kiesel und Brocken zu Wällen. Hier lässt der Geologe Johannes Jannsen Steine Erdgeschichte erzählen.

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Jakob (rechts) ist gespannt, was der Salzsäuretest ergibt. Geologe Johannes Jannsen erläutert, dass Kalkstein schäumt. Foto Cornelia Müller

Quelle: Cornelia D. Müller

Schwedeneck. Schauer sind angesagt am Sonnabend. Aber Helga Scharfenberg ist unverzagt, strebt dem Strand zu. Sie zieht leuchtend rote Steine aus der Tasche und hält sie Jannsen unter die Nase. „Was ist das? Die habe ich da vorn gefunden. Ein Bekannter meinte, es sei Karneol.“ Jannsens erste Strandsteine-Führung der Saison hat noch nicht begonnen, da ist das Feuer der Begeisterung schon entfacht. Die Gruppe wächst spontan, als eine Familie vorbeispaziert. Sohn Jakob (7) hat das Wort Stein gehört und bekommt leuchtende Augen. Natürlich darf er mitgehen. Jannsen, Chef des Mitmachmuseums Geotanium in Gettorf, hat Freude, dass „die ollen Klamotten“, über die Badegäste stöhnen, für seine Truppe eher ein Schatz sind.

 „Ich verspreche, dass ihr alle Steine der Ostsee kennenlernt und nach zwei Stunden wisst, wie man Versteinerungen und Edelsteine erkennt“, sagt er. „Und wir Geologen duzen uns.“ Helga, Claudia mit Sohn Cassian (5) und Maike nicken sich zu. Was zählen Jahrzehnte Altersunterschied gegen das Alter der Ostsee? 10000 Jahre alt ist unser Meer, „so jung wie die letzte Eiszeit“, zeigt Jannsen an den letzten Millimetern seines geologischen Zollstocks auf. „Steine, die aus der Steilküste ins Meer gewaschen und bei Sturm zurück auf den Strand geworfen werden, sind Millionen Jahre alt.“

 Jakob weiß einiges über Vulkanismus. Dass Gneis aus 15 Kilometern Tiefe an die Oberfläche katapultiert wurde, kann er sich vorstellen. Flint oder Feuerstein, Granit mit punktförmigen kristallinen Einschlüssen, Gneis mit Glimmer und Streifen, Porphyr mit „Jagdwurststruktur“ und dunklen Basalt kann das Grüppchen jetzt schon unterscheiden. „Dann sind da noch Sand- und Kalkstein“, erläutert der Geologe. Rasch sind auch die gefunden. Der Kalk schäumt, als er ihn mit Salzsäure beträufelt. „So räumt man Zweifel aus“, erklärt er. Weiter geht die Suche nach Steinen mit Moostierchen- und Seeigel-Einschlüssen, nach Donnerkeilen, Edelsteinspuren. „Wie bunt der Strand ist, wenn man hinsieht“, staunen Claudia und Maike.

 Aber so fremdartig wie Helgas Fund ist kein Exemplar, erst recht nicht so scharfkantig. „Das ist Mookait aus Australien“, lüftet Jannsen das Geheimnis. Dass der nicht aus der Ostsee kommen kann, sondern ganz sicher von einem Edelsteinsammler „entsorgt“ wurde, hätten inzwischen alle erkannt.

 Steinführung jeden letzten Sonnabend im Monat (14- 16 Uhr), Strandzugang Dänisch Nienhof, www.geotanium.de

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Cornelia Müller
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