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Neue Ideen zum Algenproblem

See Bordesholm Neue Ideen zum Algenproblem

Ein Sanierungsfall ist der See in Bordesholm nicht. Noch nicht. Fakt ist allerdings: Der Nährstoffeintrag über den Kalbach ist mit 1103 Tonnen pro Jahr einfach zu hoch. Immer wieder blüht das Gewässer. Die Leidtragenden sind die Schwimmgäste. Das Hauptproblem ist Phosphor.

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Badegäste waren in diesem Jahr selten. An der Freibadestelle am Ende der Seestraße gab es erneut ein wochenlanges Badeverbot.

Quelle: Frank Scheer

Bordesholm. Jedes Jahr müssen im Bordesholmer See Badeverbote wegen Blaualgen verhängt werden, in diesem Jahr besonders oft. Seit Jahren wird gegengesteuert, aber offenbar zu wenig. Über laufende Maßnahmen und Perspektiven werden Experten bei einem öffentlichen Info-Abend informieren.

Das Kieler Umweltministerium stufte den ökologischen Zustand 2012 als „schlecht ausgeprägt“ ein – die Gesamtnote 5. Schlechter geht es nicht. Das Hauptproblem ist Phosphor, das zu zwei Dritteln aus landwirtschaftlichen Betrieben stammt. Der Bürger bekommt die hohe Nährstoffbelastung meist im Sommer durch eine Blaualgenblüte zu sehen. Und dass die nicht unbedingt eine Folge eines heißen, langen Hochsommers sein muss, bekamen die Bordesholmer in diesem Jahr zu spüren. Wochenlang machte das Gewässer Schlagzeilen durch eine hohe Konzentration der Algen und Badeverbote.

Das Kernproblem ist die Versandung mit geringen Tiefen. Der Wind hat in diesem Jahr das Sediment, in dem die Nährstoffe als ideales Futter für das Algenwachstum stecken, besonders aufgemischt – ein Ausbaggern, wie mal für die flache Pastorenbucht diskutiert, ist zu teuer und würde auch nichts bringen.

2011 startete ein Pilotprojekt mit dem Ziel, den Nährstoffeintrag langfristig um 50 Prozent auf 600 Kilo zu reduzieren. Und erste Erfolge seien durch die Beratung der landwirtschaftlichen Betriebe aus dem Einzugsbereich des Sees (freiwillig waren 23 Höfe mit 75 Prozent der Fläche dabei) zu verzeichnen. Der Einsatz von Düngemitteln, Gülle sowie mineralischer Dünger, wurde bis 2014 um 25 Prozent reduziert. Um Bodenerosion zu verhindern, wird beispielsweise auf vielen Maisfeldern Kleegras als Zwischenfrucht gepflanzt, was die Nährstoffe bindet. „Mittlerweile konnte der Nährstoffeintrag auf unter 1000 Kilo gesenkt werden. Das reicht aber noch lange nicht aus“, betonte Amtsdirektor Heinrich Lembrecht in einem Pressegespräch.

Helfen würden Retentionsflächen am Kalbach. Vier Hektar wären notwendig. Das Wasser könnte dort seine Nährstofffracht vor dem See abladen. Gut 100 Kilo könnten das sein. „Derzeit stehen aber nur ein Viertel des gebrauchten Lands zur Verfügung“, berichtete Lembrecht. Gespräche mit den Eigentümern seien aber geplant. Zudem könnte am Kalbach ein Uferrandstreifenprogramm helfen, führte er aus. Ferner habe die Försterei Bordesholm für 2017 Maßnahmen im Schilf angekündigt.

18 Prozent der Nährstoffe gelangen aus Kläranlagen über das gereinigte Schmutzwasser in den See. Die Anlage in Blumenthal ist in den Vergangenheit optimiert worden. Bei der Kläranlage in Sören ist das aber nur mit hohem finanziellen Aufwand möglich und daher nicht vorgesehen.

Info-Abend, Donnerstag, 8. September, ab 19 Uhr, Rathaus, Mühlenstraße.

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Ein Artikel von
Frank Scheer
Holsteiner Zeitung

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