19 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
So wurde aus der Gaststätte eine Flüchtlingsunterkunft

Seegarten Felde So wurde aus der Gaststätte eine Flüchtlingsunterkunft

120 Besucher drängten sich beim Tag der Offenen Tür im zur Flüchtlingsunterkunft umgebauten Felder Seegarten. Das Amt Achterwehr und die Gemeinde hatten am Montag erstmals die Räume vorgestellt, in denen derzeit 24 Menschen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak untergebracht sind.

Voriger Artikel
Mit Drachen und Gaben danken für die Ernte
Nächster Artikel
Landrat hinter Panzerglas

Gedränge beim Tag der Offenen Tür im Felder Seegarten: Mehr als 120 Besucher sahen sich die zur Flüchtligsgunterkunft umgebaute Gaststätte an.

Quelle: Beate König

Felde. "Beim Umbau ging alles so holterdipolter, dass keine Zeit war, der Öffentlichkeit das Konzept vorzustellen", sagte Bürgermeisterin Petra Paulsen. Das Amt hat den Seegarten zunächst für vier Jahre gemietet. Im Mai zogen die ersten Flüchtlingsfamilien ein.

Der ehemalige Festsaal ist kaum wiederzuerkennen. Mit Leichtbauwänden wurde er in drei Zimmer, mit Toiletten und Duschräumen umgebaut. Auch in der Gaststätte erinnert nichts mehr an Menüs mit Seeblick. Die Räume wurden mit Wänden in vier Zimmer umgewandelt. Der aus Syrien geflüchtete Mahmood Alsano zeigte, wie er dort mit zwei weiteren erwachsenen Männern in einem Dreibettzimmer mit Tisch, Schränken und einem Kühlschrank lebt.

"Das stand vorher Jahre leer"

Im kleinen Schankraum blieb der Tresen erhalten, im Gemeinschaftsraum steht ein gespendeter Tischkicker. Die Restaurantküche im Keller wurde übernommen. Mit einem großen Tisch wird sie jetzt als Gemeinschaftsküche genutzt. In einem ehemaligen Lagerraum sind Waschmaschinen untergebracht. Im ersten Stock wurden ehemalige Hotelzimmer renoviert, eine Küche wurde neu eingebaut. „Das stand vorher Jahre leer“, erinnerte die Bürgermeisterin. Das Außengelände mit Terrassen, Rasen und alten Bäumen wurde neu umzäunt, „damit die Kinder nicht beim Spielen zu dicht an den See rennen", sagte Amtsdirektor Joachim Brand. Derzeit leben sechs Kinder unter zehn Jahren und zwei Jugendliche mit ihren Familien unter dem Dach der ehemaligen Gaststätte zusammen.

Erfreut stellte Detlef Ufert fest, dass sich beim Fest, das der Freundeskreis Flüchtlingshilfe Jägerslust mit organisierte, neue Freiwillige in die ausgehängte Patenschaftsliste eintrugen. „Wir brauchen dringend Helfer.“ Petra Paulsen sagte nach dem Rundgang durchs Haus: „Wir brauchen noch mehr Teppiche. Wir haben kein Spielzimmer. Die Kinder spielen oft auf dem Boden.“ Auch dicke Winterkleidung für die Jungen fehlt. Susanne Bock sucht neue Deutschlehrer (Tel. 04340/8859).

Brand dachte weiter: „Im Amtsgebiet ist es schwierig, adäquaten Wohnraum für Flüchtlinge mit anerkannten Asylanträgen zu finden. Dazu sind die bürokratischen Hürden hoch.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Events: Rendsburg

Veranstaltungen in
Rendsburg. Aktuelle
Termine, News, Infos

Anzeige
Mehr zum Artikel
Felde
Foto: Nach den falschen Beschuldigungen beim Vorfall im Kieler Sophienhof ist Obeydallah Amini nun überglücklich: Der Afghane ist zum ersten Mal Vater geworden und darf auf dem Friedhof in Felde arbeiten.

Gleich über doppeltes Glück freut sich Obeydallah Amini. Der 26-jährige Afghane aus Felde ist am 7. August nicht nur zum ersten Mal Vater geworden, sondern begann auch fast zeitgleich einen Job beim Bauhof der Gemeinde. Als geringfügig Beschäftigter arbeitet er jetzt auf dem Friedhof.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3